Ladensterben
Stadtdrogerie schliesst – Streit mit Hausbesitzern?

Die Stadtdrogerie Hildegard schloss am Samstag nach 24 Jahren. Pikant: Balthasar Settelen, Präsident von Pro Innerstadt, die sich für eine Vielfalt an Geschäften einsetzen, ist auch einer der Vorgesetzten der Zunft zu Hausgenossen. Die Stadtdrogerie war in einem Haus ebenjener Zunft eingemietet.

Rahel Koerfgen
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Die Hildegard Stadtdrogerie in der Freien Strasse 34 schloss am Samstag nach 24 Jahren ihre Tore. (Symbolbild)

Die Hildegard Stadtdrogerie in der Freien Strasse 34 schloss am Samstag nach 24 Jahren ihre Tore. (Symbolbild)

az Langenthaler Tagblatt

Die Mission von Pro Innerstadt: die Basler City als attraktives Einkaufszentrum fördern und die Vielfalt an Geschäften sicherstellen. Ein schwieriges Unterfangen, plagen doch die Ladenbesitzer viele Probleme, ein traditionsreiches Geschäft nach dem anderen musste in den vergangenen Jahren aufgenben. Wegen des starken Frankens, dem Verkehrskonzept oder zu hohen Mieten.

Nun könnte ausgerechnet der Präsident von Pro Innerstadt, Balthasar Settelen, für eine Geschäftsaufgabe mitverantwortlich sein. Die Hildegard Stadtdrogerie an der Freien Strasse 34, eine bewährte Adresse für Kosmetiklabels und natürliche Heilmittel, schloss am Samstag nach 24 Jahren ihre Türen.

Johnny Schuler, Sprecher der Stadtdrogerie-Besitzerin Dr. Bähler Dropa AG, sagt auf Anfrage: «Nach Ablauf des Mietvertrags erhöhten die Hausbesitzer den Mietzins unverhältnismässig». Zu diesen Bedinugungen hätte eine Drogerie keien Chance, zu überleben. Der Preis sei zwar marktüblich, so Schuler, aber als langjährige Mieterin habe man sich ein gewisses Entgegekommen erhofft.

Das Haus an der Freien Strasse 34 befindet sich im Besitz der Zunft zu Hausgenossen. Und den Vorgesetzten gehört Balthasar Settelen an. Er sagt, die Aussage von Schuler sei falsch: «Wir haben der Stadtdrogerie nie ein neues Angebot unterbreitet und den Vertrag bewusst auslaufen lassen.» Der Meister der Zunft, Peter Burckhardt, erklärt, das Zunfthaus müsse im 2017 zugunsten der Erbebensicherheit umgebaut und renoviert werden. «Es wurde vor fünfzig Jahren zum letzten Mal umgebaut.»

Dies würde von der Zunft als Chance genutzt, die Ladenflächen attraktiver und grosszügiger zu gestalten. Für die Zeit nach dem Umbau, so Burckhardt, seien noch keine Mietverträge abgeschlossen worden. «Auch die Konditionen sind noch nicht festgelegt. Demzufolge kann sich die Drogerie gar nicht für eine Miete im renovierten Bau beworben haben.»

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