Rotes Kreuz

Die Pöstler bringen jetzt auch Mahlzeiten und entsorgen leere Dosen

Die Post wird persönlich an die Seniorinnen und Senioren übergeben. (Symbolbild)

Die Post wird persönlich an die Seniorinnen und Senioren übergeben. (Symbolbild)

Die Post und das Rote Kreuz spannen zusammen und unterstützen Basler Senioren.

Normalerweise muss alles schnell gehen. Der Pöstler wirft die Post in den Briefkasten oder legen kleinere Päckchen in den Milchkasten. Nur beispielsweise bei eingeschriebenen Briefen oder zu grossen Paketen wird heutzutage noch geklingelt. Statt Plaudereien ist Anonymität angesagt. Das soll sich fortan aber ändern. Wie die Post und das Schweizerische Rote Kreuz Basel-Stadt am Donnerstag mitteilten, planen die beiden Organisatoren eine Partnerschaft, um Senioren aufzuhelfen. «Geplant sind regelmässige Besucher der Postmitarbeitenden direkt an der Haustüre. Wir erhoffen uns dadurch, dass weniger ältere Menschen ohne soziale Kontakte in Basel vereinsamen», begründet Mathias Kippe vom Roten Kreuz Basel das Vorhaben.

Es sei also eine Herzensangelegenheit – auch bei der Post: «Oftmals sorgen sich die Angehörigen um diese älteren Menschen, sie haben jedoch nicht regelmässig Zeit für einen Besuch oder eine Kontaktaufnahme», so Post-Sprecher Erich Goetschi. Die neue Dienstleistung besteht darin, dass die Pöstler künftig bei den Senioren auf deren Wunsch klingeln und ihnen die Post persönlich an der Wohnungstür übergeben. «Auf Wunsch» heisst «auf Bestellung», denn das Angebot gilt nur für Personen, die ein entsprechendes Abo gelöst haben. Gratis ist die «Herzensangelegenheit» also nicht. Ein Besuch pro Woche kostet monatlich 39.40 Franken – das entspricht 9.85 Franken für jeden Besuch.

Die Postangestellten fungieren dabei als Vermittler

«Sie erkundigen sich bei vor Ort, ob Bedarf an Unterstützung im Alltag besteht. Äussert eine ältere Person den Wunsch, wird diese Information an uns weitergeleitet», erklärt Mathias Kippe. Angeboten werden neben fertigen Mahlzeiten, Haushaltshilfen auch Recycling-Abos für leere Flaschen und Dosen. «Ebenfalls bestehe die Möglichkeit, eines Besuch- und Begleitservices, der individuell gestaltet werden kann», so Kippe, «sei es Hilfe beim Einkaufen, beim E-Banking oder für ein nettes Gespräch.» Nach einem erfolgten Besuch wird über einen Klick von den Postangestellten ein automatisch generalisiertes Mail an die Angehörigen geschickte.

Die Kontaktdaten werden bei der Anmeldung erfasst. Wird die Haustüre trotz Besuchsankündigung nicht geöffnet, werden die Angehörigen ebenfalls darüber informiert. Der Pöstler mache aber laut Erich Goetschi keinerlei medizinische Beobachtungen: «Die Meldung beinhaltet nur, dass die ältere Person nicht erreichbar war. Er übernimmt dabei keinerlei Aufgaben oder Verantwortung für mögliche nachgelagerte Notfallszenarien.» Wird ein Notfall aber beim Besuch beobachtet, sei es selbstverständlich, dass die teilnehmende Person zur Hilfe verpflichtet ist. Das Projekt startet am 12. Oktober und dauert bis voraussichtlich bis Ende September 2021. Vor Ablauf der Testphase wollen die beiden Partner gemeinsam entscheiden, ob und in welcher Form die Dienstleistung weitergeführt wird.

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