Schulstart
Baselland setzt den Schwerpunkt in der Berufsbildung

Zwei Drittel der Baselbieter Sekundarschülerinnen und -schüler machen eine Berufslehre. Im Baselbiet stehen räumliche und organisatorische Reorganisationen bevor.

Boris Burkhardt
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Die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind besuchte zum Schulstart das Berufsbilungszentrum Pratteln.

Die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind besuchte zum Schulstart das Berufsbilungszentrum Pratteln.

Boris Burkhardt / bz Zeitung für die Region

Als Bildungsdirektorin Monica Gschwind, Schulrektor Dominique Tellenbach und die Journalisten den Klassenraum der Berufsfachschule für Informatik im Prattler Gewerbegebiet Güterstrasse betreten, setzen Lehrer Daniel Brodbeck und viele Schüler die Maske auf. Nicht, weil sie sich beim Bruch einer Coronaregel erwischt gefühlt hätten, sondern weil das kleine Zimmer nun deutlich voller wird.

Eine grosse Minderheit der Schüler trägt auch weiterhin ganz legal keine Maske: Denn seit Montagmorgen, dem ersten Schultag in beiden Basel, gilt für Sekundarschüler keine Maskenpflicht mehr. 2027 kommt der Bildungscluster in Muttenz Die Schüler haben davon erst in der Schule erfahren: Diejenigen, die keine Maske tragen, nennen sich die «Moderna-Fraktion» und sind doppelt geimpft. Diejenigen, die eine tragen, stört es nicht, dass die anderen keine tragen. Und Lehrer Brodbeck hat seine Schüler gebeten, eine anzuziehen, wenn er mit ihnen persönlich spricht. Vorne an der Tafel trägt auch er keine. «Ich habe keine Lust, Polizist zu spielen», verweist er auf die Eigenverantwortung der Schüler. Vergangenes Schuljahr sei die Schule aber sehr strikt mit der Maskenpflicht gewesen, um Diskussionen zu vermeiden.

Doch die Baselbieter Regierungsrätin schaute am ersten Schultag in Pratteln nicht wegen der Masken vorbei. Sie benutzte den Anlass, um auf einer Pressekonferenz die zukünftige Ausrichtung der Berufsschulbildung im Baselbiet im Rahmen des «Masterplans Sekundarstufe II» vorzustellen. Tellenbach repräsentiert deren ersten Schritt: Er ist der erste Rektor des Berufsbildungszentrums Baselbiet (BBZ BL), zu dem die Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen in Liestal und Muttenz mit der Aussenstelle Pratteln organisatorisch fusionierten. Die physische Fusion wird auf dem Polyfeld in Muttenz vollzogen (die bz Basel berichtete): Gegenüber dem Zeithorizont, der 2017 kommuniziert wurde, ist der Schulbeginn der Berufsschüler in Muttenz allerdings auf 2027 verschoben worden. Das Kantonale Hochbauamt sei derzeit mit der «umfangreichen Planung» beschäftigt, berichtete Gschwind: «Das ist ein sehr herausforderndes Mammutprojekt.»

Alle fünf Jahre werden die Lehrpläne überprüft

62,3 Prozent der Baselbieter Jugendlichen (Schweiz: 66,8 Prozent) wählten eine berufliche Grundausbildung, fuhr die Bildungsdirektorin fort: Trotz des Erfolgs gebe es aber einen «grossen Bedarf, konsequent am Image der Berufsbildung zu arbeiten». Für den Einstieg in ein erfolgreiches Berufsleben der Schüler sei die Ausrichtung der Ausbildung an den Bedürfnissen der Wirtschaft allgemein und der ausbildenden Betriebe notwendig. Die Lehrpläne aller knapp 100 Berufsausbildungen am BBZ BL würden deshalb alle fünf Jahre einer Revision unterzogen.

Für die rasante Entwicklung in der Informatik seien fünf Jahre aber eher zu lang, stellte Tellenbach die Gastgeber-Einrichtung vor: Für den Zeitraum 2021 bis 2026 sei zum Beispiel der Betriebsinformatiker EFZ als eigene Ausbildung aus der allgemeinen Informatiker-Ausbildung ausgekoppelt worden. Mit 85 Schülern sei die ITC-Ausbildung die grösste Branche im BBZ BL und deshalb schon vor einiger Zeit nach Pratteln ausgelagert worden. Die Ausbildung ist modular aufgebaut, sodass bei zukünftigen Revisionen nur einzelne Module, nicht der ganze Lehrplan, ausgetauscht werden müssen. Abschlussprüfungen finden verteilt über die drei Schuljahre statt; am Ende schreibt jeder Schüler eine individuelle Projektarbeit.

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