Raucherzone

Schülerinnen und Schüler mobilisieren gegen Raucher auf Spielplätzen

Soll im St. Johanns-Park künftig nicht mehr stattfinden: Das Spielen inmitten von Zigarettenstummeln.

Soll im St. Johanns-Park künftig nicht mehr stattfinden: Das Spielen inmitten von Zigarettenstummeln.

Vergangenen Sommer erhöhte das Baselbieter Amt für Gesundheit den Druck auf Gemeinden und setzte sich für ein Rauchverbot auf Spielplätzen ein. Nun regt sich auch im Stadtkanton Widerstand.

Mirjam Lachenmeier mag es nicht mehr sehen. Seit sie Mutter ist, beobachtet sie regelmässig Erwachsene, die auf Spielplätzen neben Kindern rauchen und ihre Zigaretten entsorgen. «Ich finde es schlimm, wenn ein Kind Zigarettenstummel in der Hand hält», erzählt die Sozialpädagogin, die als Projektleiterin bei der Primarschule Bläsi arbeitet. «Mir brennt das Thema unter den Nägeln, seit ich Mutter bin.»

Nun wird sie selbst aktiv. Gemeinsam mit der Stadtgärtnerei möchte Lachenmeier mit den Basler Bildungslandschaften noch diesen Frühling ein Projekt lancieren, damit auf Spielplätzen künftig niemand mehr einen Glimmstängel anfasst. Nebst dem Bläsi-Schulhaus beteiligen sich die Primarschulen Thierstein, Wasgenring, St. Johann und Volta am Projekt. Sie alle sind Teil verschiedener Basler Bildungslandschaften. Diese sind dafür zuständig, Eltern, Lehrpersonen und weitere Bezugspersonen im Quartier zu vernetzen.

Ziel des Projekts ist es, dass die Schulkinder Plakate gestalten, auf denen sie darum bitten, das Rauchen zu unterlassen. «Manchmal bringt Sensibilisierung mehr als ein Verbot», ist Lachenmeier überzeugt. Zudem soll in den beteiligten Schulen die Thematik Rauchen im Unterricht behandelt werden.

Matthäus-Spielplatz und St.-Johanns-Park im Fokus

Vorgesehen ist, dass die Stadtgärtnerei die Plakate diesen Frühling auf ihren Tafeln aufhängt und diese in verschiedenen öffentlichen Pärken und auf Spielplätzen verteilt. Noch sind die Details der Umsetzung nicht geklärt. Sicher ist aber: Bei der Stadtgärtnerei stösst Lachenmeiers Idee auf Anklang. «Wir begrüssen es, dass nun Schulen die Initiative ergreifen», sagt Yvonne Aellen von der Stadtgärtnerei. «Es scheint uns sinnvoll, Sensibilisierungsarbeit zu leisten.»

An welchen Standorten die Plakate stehen werden, entscheidet die Stadtgärtnerei demnächst. Ein Standort steht indes bereits fest: Das Schulhaus Bläsi wird sein Projekt auf dem Matthäus-Spielplatz lancieren. Ebenfalls angestrebt wird eine Kampagne im St.-Johanns-Park. Dieser befindet sich in unmittelbarer Nähe der Primarschule St. Johann, die sich am Projekt beteiligt.

Mit ihrem Projekt schalten sich die Basler Bildungslandschaften in eine Debatte ein, die in der Region bereits seit längerem geführt wird. Vergangenen Sommer gewann das Begehren rauchfreier Spielplätze in der Stadt an Fahrt, als das Baselbieter Amt für Gesundheit den Druck auf die Gemeinden erhöhte und sich für mehr Rauchverbote einsetzte. Im Grossen Rat ist derweil ein Vorstoss von CVP-Grossrat Christian Griss hängig. In diesem schlägt er unter anderem eine Präventionskampagne vor. Ein Ansatz, den Lachenmeier nun noch vor dem Kanton in die Praxis umsetzt.

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