Bilanz
«Sauna am Rhy»: Baden im Rhein ist der besondere Kick

Noch bis Samstag um 16 Uhr dauert die Saison. Dann schliesst die «Sauna am Rhy» ihre Tore und öffnet sie erst am 8. Oktober wieder. Die Leiter der Sauna sind zufrieden mit den Wintermonaten.

Alan Heckel
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In den beiden Jurten befinden sich Empfang und Ruheraum der «Sauna am Rhy». Kenneth Nars

In den beiden Jurten befinden sich Empfang und Ruheraum der «Sauna am Rhy». Kenneth Nars

Die Betreiber ziehen nach den ersten viereinhalb Monaten eine positive Bilanz, auch wenn die erforderlichen 30 Besucher pro Tag, die aus Rentabilitätsgründen nötig sind, im Schnitt nicht erreicht wurden.

150000 Franken investiert

«Es dauert rund zwei Jahre, bis ein Betrieb dieser Art etabliert ist. So viel Zeit geben wir uns auch», sagt Daniel Keller, der zusammen mit Dominik Hächler und Hubert Lutz die Sauna am Rhy GmbH gegründet hat, die das Rhybadhysli Breiti vom gleichnamigen Verein in den Wintermonaten pachtet. Im Sommer übernimmt der Restaurantbetrieb «Veronica» die Pacht. «Wir sind Sauna- und Rhybadhysli-Fans. Im Winter sind die Aktivitäten im Hysli beschränkt. Dieser Tatsache wollten wir mit der Sauna ein wenig entgegenwirken», erklärt er die Beweggründe des Trios. Rund 150000 Franken wurden dafür investiert, das meiste davon in die Wintertauglichkeit der Nasszelle.

Der Kundenkreis wächst derzeit stetig, Keller spricht von «vielen Stammgästen». Mit dem Profil eines typischen Sauna-Besuchers kann er zwar nicht aufwarten, erwähnt aber, dass überraschend viele Junge in der ersten Saison vorbeigekommen sind. Fast täglich suchen Menschen die Sauna zum ersten Mal auf. «Es ist schon seltsam. Da gibt es Leute, die aus dem Fricktal zu uns kommen, während Quartierbewohner nicht wissen, dass es die Sauna gibt – und das obwohl sie in der Nacht beleuchtet wird», staunt Keller.

Der wichtigste Pluspunkt den die «Sauna am Rhy» gegenüber der Konkurrenz hat, ist die Möglichkeit, im Rhein zu baden. «Fast alle Kunden machen es. Das ist – unabhängig von der Aussentemperatur – eben ein besonderer Kick», weiss Daniel Keller. Gross geschwommen werde aber nicht, es gehe vielmehr um «dieses spezielle Feeling».

Toller Ausblick auf das Münster

Ebenfalls grosser Beliebtheit erfreut sich die Ruhejurte. Sie ist der Ort, an dem die Gäste die meiste Zeit verbringen. Neben dem Faktor Gemütlichkeit spielt dabei auch die Lage eine wichtige Rolle. Tagsüber fällt das Sonnenlicht herein, in der Nacht hat man einen tollen Ausblick auf das Münster.

Akustisch umrahmt werden die visuellen Reize von den Stadtgeräuschen Basels. Viele positive Rückmeldungen von Besuchern, die durchschnittlich dreieinhalb Stunden im Badhysli verweilen, hatten zudem die verhältnismässig häufigen Aufgüsse sowie das Bereitstellen von Snacks wie Dörrfrüchte und Salzgebäck zur Folge.

Als populärster Wochentag für den Saunabesuch hat sich der Montag erwiesen, an dem ausschliesslich Frauen Zutritt haben. Kein Wunder überlegen sich die Betreiber, im zweiten Jahr einen zweiten Damentag einzuführen. Ob es dazu kommen wird, entscheiden Hächler, Lutz und Keller im April. Dann wird die erste Saison im Detail analysiert und etwaige Anpassungen bei den Preisen oder Öffnungszeiten vorgenommen.

Freude auf nächste Saison

Dann werden auch Experimente wie das durchgehende Öffnen in der Nacht zum Morgestraich ausgewertet. «Dass wir an der Museumsnacht offen hatten, haben wir praktisch nicht gespürt. Mal schauen, ob es in den Stunden vor der Fasnacht anders sein wird», sagt Daniel Keller, der wie seine Kollegen zuversichtlich in die Zukunft blickt: «Wir freuen uns jetzt schon auf den 8. Oktober 2011.»