Basel/Stuttgart
Safra Sarasin zieht vor deutschen Bundesgerichtshof

Um eine Schadenersatzklage in der Höhe von 50 Millionen Euro abzuwenden, zieht die Basler Privatbank J. Safra Sarasin vor den deutschen Bundesgerichtshof.

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Sitz der Bank J. Safra Sarasin an der Elisabethenstrasse 62 in Basel.

Sitz der Bank J. Safra Sarasin an der Elisabethenstrasse 62 in Basel.

Keystone

Die Basler Privatbank J. Safra Sarasin zieht vor den deutschen Bundesgerichtshof, um eine Schadenersatzklage in Höhe von 50 Mio. Euro abzuwenden. Das Oberlandesgericht Stuttgart bestätigte am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda einen entsprechenden Artikel der "Handelszeitung".

Kläger ist der deutsche Drogerieketten-Besitzer Erwin Müller. Der Milliardär erlitt mit Ende März 2011 gezeichneten Sarasin-Finanzkonstrukten einen Totalverlust in Millionenhöhe.

Laut dem Oberlandesgericht Stuttgart geht es derzeit nur um die Frage der Zuständigkeit des Gerichts, wie es auf Anfrage hiess. Der deutsche Unternehmer hatte die Basler Bank im vergangenen Jahr am Landesgericht seines deutschen Wohnorts Ulm auf Schadenersatz verklagt.

Umstrittener Gerichtsstand

Das aktuelle Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart vom April bestätigte den Gerichtsstand Ulm und nicht das von der Bank in den allgemeinen Geschäftsbedingungen stipulierte Basel. Die Bank J. Safra Sarasin will sich derzeit zum laufenden Rechtsstreit nicht äussern.

Klagen von Erwin Müller und dem deutschen Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer gegen Mitarbeiter der früheren Bank Sarasin in Deutschland und der Schweiz waren vor rund einem Jahr publik geworden.

Gemäss damaligen Angaben fühlt sich Müller getäuscht und falsch beraten, weil die ehemalige Bank Sarasin Investments in steueroptimierte Produkte empfohlen hatte, die in Deutschland unter dem Verdacht der schweren Steuerhinterziehung stehen.

Die Bank J. Safra Sarasin teilte damals mit, sie habe "zu keiner Zeit den deutschen Fiskus betrogen oder sich sonst am deutschen Fiskus bereichert". Bis heute würden Gerichtsentscheidungen und Steuerexperten die Auffassung bestätigen, dass besagte Fonds mit dem deutschen Steuerrecht zu vereinbaren seien.

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