Basel
Rund 4500 Kulturgüter aus illegalen Grabungen werden Italien zurückgegeben

Mit der Übergabe der letzten von 4536 Kunstgegenständen durch die Basler Staatsanwaltschaft an Italien ist ein langjähriges Rechtshilfeverfahren um Funde aus illegalen Grabungen abgeschlossen worden.

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Die italienischen Behörden ermittelten wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation, illegalen Kulturgütertransfer, Hehlerei und andere Delikte. Darauf wurden rund 5800 Gegenstände in einem Lager in Basel gefunden. (Symbolbild)

Die italienischen Behörden ermittelten wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation, illegalen Kulturgütertransfer, Hehlerei und andere Delikte. Darauf wurden rund 5800 Gegenstände in einem Lager in Basel gefunden. (Symbolbild)

Keystone

Gegen die Rückgabe der Kunstgegenstände und archäologischen Funde seien zwei Beschwerdeführer in den letzten 13 Jahren 13 mal gerichtlich vorgegangen, teilten die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt sowie die Bundesämter für Justiz (BJ) und Kultur (BAK) am Donnerstag mit. Nun habe aber das Bundesgericht letztinstanzlich verfügt, dass die Objekte definitiv den italienischen Behörden überlassen werden. Noch unklar ist indes die Herkunft mehrerer hundert weiterer Gegenstände.

5800 Objekte sichergestellt

Um Rechtshilfe ersucht hatte Italien im Zuge einer Strafuntersuchung gegen einen Antiquitätenhändler und weitere Personen. Die italienischen Behörden ermittelten wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation, illegalen Kulturgütertransfer, Hehlerei und andere Delikte. Die Basler Staatsanwaltschaft beschlagnahmte darauf rund 5800 Gegenstände in einem Lager in Basel.

Die Gegenstände stammten grösstenteils aus illegalen Grabungen in Italien. Unter anderem handelte es sich dabei um Objekte aus der etruskischen und römischen Antike. 2008 präsentierten die Behörden die beschlagnahmten Güter vor den Medien. Darauf gestossen waren sie gemäss damaligen Angaben im Warenlager der Ehefrau eines italienischen Kunsthändlers, die in Basel ein Geschäft betrieb.

Mehrere tausend Objekte wurden darauf zu Beweiszwecken den italienischen Behörden übergeben. Fünf in Griechenland gestohlene Ikonen wurden laut der Mitteilung zudem den griechischen Behörden ausgehändigt. 68 Objekte, deren Herkunft zuvor nicht gesichert gewesen war, übergab die Staatsanwaltschaft schliesslich am 4. März Italien.

Weitere Abklärungen hängig

19 Objekte gaben die italienischen Behörden derweil an die Basler Staatsanwaltschaft zurück, da für sie keine Herkunft aus Italien ermittelt werden konnte. Laut Auskunft eines Sprechers der Staatsanwaltschaft befinden sich insgesamt noch mehrere hundert Gegenstände in Basel, die laut Befund der italienischen Behörden nicht aus Italien stammen.

Die Staatsanwaltschaft kläre nun im weiteren Verlauf des Verfahrens ab, ob die involvierten Personen rechtmässige Eigentümer dieser Gegenstände sind oder ob andere Länder als Herkunftsort in Frage kommen.

Die Schweiz hat mit Italien eine bilaterale Vereinbarung über Einfuhr und Rückführung von Kulturgut geschlossen. Diese ist seit April 2008 in Kraft. Der Abschluss des vorliegenden Falles bezeuge "den Willen der Schweiz, nicht als Hort und Drehscheibe des illegalen Kulturgüterhandels missbraucht zu werden", halten die beteiligten Behörden in der Mitteilung fest.

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