Pharmaindustrie
Roche-Chef Schwan nennt Umbrüche in der Krebsforschung Revolution

Roche-CEO Severin Schwan äusserte in einem Interview, dass die Krebsforschung grosse Fortschritte mache. Die Überlebenszeit von Krebspatienten konnte dank des Roche-Wirkstoffes Atezolizumab bereits um mehrere Jahre verlängert werden.

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Roche wird für den Wirkstoff Atezolizumab Anfang 2016 erste Zulassungsanträge stellen. (Archiv)

Roche wird für den Wirkstoff Atezolizumab Anfang 2016 erste Zulassungsanträge stellen. (Archiv)

Keystone

Die Krebsforschung durchläuft nach Ansicht von Roche-Chef Severin Schwan eine Revolution. Bislang sei man der Meinung gewesen, dass Krebs in einem späten Stadium nicht heilbar sei. Heute sei man sich da nicht mehr so sicher, erklärt der Manager im Interview mit der Onlineausgabe der Zeitung «Finanz und Wirtschaft».

Immerhin gebe es klinische Studien bei Krebspatienten, deren Überlebenszeit dank des Roche-Wirkstoffes Atezolizumab um mehrere Jahre bereits verlängert wurde. Roche werde für den Wirkstoff Anfang 2016 erste Zulassungsanträge stellen.

Das von Analysten geschätzte Marktpotenzial zwischen 30 und 50 Mrd. Dollar für Krebsimmuntherapien hält Schwan für durchaus realistisch. «Das wird ganz von den Ergebnissen der laufenden klinischen Studien abhängen. Wichtig ist, dass es uns gelingt, Medikamente oder Kombinationen zu entwickeln, auf die mehr Patienten als heute ansprechen.»

Gefragt nach weiteren möglichen Übernahmen, winkt Schwan allerdings ab. Roche sei in erster Linie an Arrondierungskäufen interessiert. Daher tangierten die aktuell hohen Bewertungen in der Branche Roche nicht. Eine Ausnahme sei allerdings die für 8 Mrd. Dollar gekaufte Biotechgesellschaft Intermune gewesen.

Diese habe Roche aber bereits 2011 im Auge gehabt. «Als wir im vergangenen Jahr die Studienergebnisse für ein neues Medikament gegen Lungenfibrose analysiert haben, waren wir davon überzeugt, dass der Markt das Potenzial der Gesellschaft nicht vollständig erfasst.»

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