Rinalda Caduff tanzt auf vielen Bühnen. Die 67-Jährige tut dies schon ihr Leben lang. Als junge Frau liess sie sich nach der Kunstgewerbeschule zur Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin ausbilden. Dem Malen, Singen, Tanzen und dem Schauspiel ist sie auch ihr Leben lang nachgegangen.

Einem breiten Publikum wurde sie durch ihre Auftritte in der Sitcom «Café Bâle» und im TV-Film «Die Direktorin» bekannt. Aktuell tritt sie als Sängerin mit Dirk Raufeisen in Erscheinung oder in Musicals wie «Sister Act» im Theater in Emmenbrücke. Das Theater Fauteuil in Basel oder die Klybühni in Chur sind Orte, wo Caduff seit Jahren regelmässig auftritt. Ihren Bündner Wurzeln ist die Baslerin treu geblieben. Seit 1981 betreibt sie in Chur eine Tanzschule und pendelt zwischen dort und ihrem Wohnort Basel.

Die Frau mit der roten Mähne versprüht ungebremste Lebenslust. «Gut gemeinte Tipps wie ‹nimm es gelassen› treiben mich zur Weissglut», sagt sie. Sie wolle immer noch jeden Tag etwas erschaffen, anstatt zu wandern, wie andere in ihrem Alter.

Ihrer Maxime, dass nie ausgelernt sei, bleibt sie auch in ihrem neusten Projekt treu. Nach drei Jahren Vorbereitungszeit, Dreh- und Schnittarbeiten, zeigt sie ihren ersten Film mit dem Titel «Vergänglichkeit – Das Leben in vier Jahreszeiten».

Grosse Metapher, aber wenig Konkretes

Der 20-minütige Experimentalfilm versucht, einen Überblick über die Themen eines Frauenlebens zu geben. Stellvertretend dafür treten vier Protagonistinnen im Gewand der Jahreszeiten auf. Caduff selbst als Herbst, die 26-jährige Sängerin und Schauspielerin Ronja Borer als Frühling, die 39-jährige Musical-Schauspielerin Monika Michel als Sommer und Paula Caduff, die 95-jährige Mutter von Rinalda, als Stimme des Winters.

Im Gewand der Jahreszeiten ist hier wörtlich gemeint: Die vier Frauen erscheinen zuerst als Fabelwesen in einem mit Caduffs Bildern verzierten Kleid, eine bemalte Kiste über dem Kopf. Die Metapher der Jahreszeiten versteht die Regisseurin als Sinnbild dafür, dass sich die Grundthemen des Lebens wiederholen.

Die jüngste Frau erzählt kurz vom Frühling der Liebe und dass sie sich einen Partner wünscht. Diejenige in der Lebensmitte stellt sich der Frage, ob sie Mutter werden soll. Caduff selbst hält Rückschau und sinniert darüber, ob es etwas zu bereuen gibt. Die Älteste konstatiert: «Alle müssen letztendlich denselben Weg gehen.» Und meint damit den Tod.

Den grösseren Teil des Filmexperiments nehmen – leider – Aufnahmen aus der künstlerischen Tätigkeit der Protagonistinnen ein. Das ist zwar unterhaltsam, gibt ab und zu auch etwas Tiefgang vor, wenn Caduff etwa singt: «Ich habe lange nicht begriffen, dass der Mensch nicht alles begreifen kann.» Trotzdem: Man würde gerne mehr über diese vier Frauen und ihre Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Lebensabschnitt erfahren.


   

Vergänglichkeit – Das Leben in vier Jahreszeiten Sonntag, 4. August, 17.30 Uhr, Filmhaus Gerbergässli 29, Basel. Anmeldung unter: rinaldacaduff@yahoo.de