Basler Münsterplatz
Riesenrad-Betreiber zieht Bilanz: «Froh, dass wir ein paar Franken verdienen konnten»

Zweieinhalb Monate lang erinnerte das Riesenrad auf dem Basler Münsterplatz an das 550-Jahr-Jubiläum der Herbstmesse. Noch bis zum 3. Januar kann die Attraktion besucht werden. Kanton und Betreiber ziehen Bilanz.

Silvana Schreier
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Das Riesenrad auf dem Münsterplatz.

Das Riesenrad auf dem Münsterplatz.

Juri Junkov

Seit Ende Oktober erfreut das Riesenrad auf dem Münsterplatz die Baslerinnen und Basler. Während es an der Basler Herbstmesse jeweils eine Hauptattraktion ist und die Messebesuchenden oftmals Schlange stehen für eine Fahrt, stand es in diesem Jahr alleine auf weiter Flur.

Der Kanton Basel-Stadt organisierte die Aktion, um den Schmerz über die Absage der Herbstmesse zu erleichtern. Noch bis zum 3. Januar kann das Riesenrad besucht werden. Zeit für eine Bilanz.

Zum ersten Mal mit dem «Swisswheel» in Basel

«Es ist natürlich kein Vergleich zur Herbstmesse», sagt René Bourquin. Er ist Inhaber der René Bourquin AG aus Zürich, die unter anderem das Riesenrad «Swisswheel» besitzt. Bisher begeisterte Bourquin die Herbstmessebesucher mit dem «American Scooter», einem Autoscooter, oder dem Nostalgie-Riesenrad. Mit «Swisswheel» ist er zum ersten Mal in Basel.

Den Zuschlag für das Riesenrad auf dem Münsterplatz hat zum allerersten Mal die Firma Swiss Wheel erhalten.

Den Zuschlag für das Riesenrad auf dem Münsterplatz hat zum allerersten Mal die Firma Swiss Wheel erhalten.

Juri Junkov

«Die Besucherinnen und Besucher haben uns sehr geschätzt. Dennoch spürten wir, dass viele gehemmter waren als sonst», berichtet Bourquin. Seine Firma habe einen «enormen Aufwand» betrieben für das geeignete Schutzkonzept. Handdesinfektionsmittel steht bereit, alle tragen eine Maske und den Gästen wird vor dem Besteigen der Riesenradgondel die Temperatur gemessen. Dennoch beobachtete Bourquin, wie die Menschen lieber nicht eine Gondel bestiegen, wo erst gerade andere Gäste drin sassen.

«Bilder gingen um die ganze Welt»

Der Kanton Basel-Stadt ist zufrieden mit der Ersatzaktion. «Mit dem Riesenrad auf dem Münsterplatz konnten wir ein würdiges Zeichen zum Auftakt des 550-Jahr-Jubiläums der Basler Herbstmesse setzen», sagt Sabine Horvath, Leiterin des Standortmarketings in Basel-Stadt.

Die Reaktionen darauf seien sehr positiv gewesen und das Riesenrad habe die Stadtsilhouette über mehrere Wochen geprägt. «Die Bilder gingen um die ganze Welt», so Horvath. Und sie hätten die Vorfreude auf die Basler Herbstmesse 2021 befeuert.

«Attraktive Bedingungen für Betreiber ausgehandelt»

Mit der Betreiberfamilie Bourquin hat der Kanton laut Horvath «attraktive Rahmenbedingungen ausgehandelt». Es seien die «tiefstmöglichen Gebühren» zur Anwendung gekommen. Dabei wird es sich um rund 12'000 Franken für die gesamte Dauer gehandelt haben, hat der Regierungsrat doch wegen Corona einen Erlass von 50 Prozent auf die Allmendgebühren beschlossen. Zudem wurde der Riesenradbetrieb laut Horvath durch Werbung für das 550-Jahr-Jubiläum der Herbstmesse und durch die Gratisfahrt für 6000 Schülerinnen und Schülern unterstützt worden.

René Bourquin sagt auf Anfrage: «Wir sind froh, dass wir ein paar Franken verdienen konnten.» Die Einnahmen seien trotz der besonderen Situation gut, zudem habe er nur ein reduziertes Platzgeld für den Standplatz bezahlen müssen. Trotz der aussergewöhnlichen Situation ist Bourquin zufrieden mit den fast drei Monaten auf dem Münsterplatz. Bourquin sagt, er behalte die Zeit in Basel und auf dem Münsterplatz in guter Erinnerung. «Gerne möchten wir an der kommenden Herbstmesse wieder teilnehmen.»

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