Europa-League-Final
Projektleiter Peter Howald: «Ich hätte nicht ins Stadion gewollt»

Einen Tag nach dem Europa-League-Final in Basel zwischen dem FC Liverpool und dem FC Sevilla zieht Projektleiter Peter Howald Bilanz. Diese fällt abgesehen von seinem Resultattipp positiv aus.

Céline Feller
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Hunderte Sevilla-Fans haben sich auf dem Marktplatz versammelt, um gemeinsam das Spiel zu schauen.

Hunderte Sevilla-Fans haben sich auf dem Marktplatz versammelt, um gemeinsam das Spiel zu schauen.

KEYSTONE

Herr Howald, wie fällt einen Tag nach dem grossen Spiel Ihre Bilanz aus?
Peter Howald: Meine Bilanz fällt aussergewöhnlich positiv aus. Wir konnten uns als Stadt und Standort sehr gut präsentieren. Es war ein unglaublicher Betrieb in der Stadt mit 25‘000 Fans, die den ganzen Tag und auch noch in der Nacht konsumiert haben.

Wie haben Sie den Tag und den Abend verbracht?
Ich war mit dem Einsatzleiter in der Stadt unterwegs und war in den verschiedenen Fanzonen, in denen es sehr friedlich zu- und her ging.

Peter Howald.

Peter Howald.

Zur Verfügung gestellt

Gibt es etwas, das schiefgelaufen ist?
Wirklich schief gegangen ist eigentlich nichts. Aber bei so einer Ansammlung von Menschen ist es logisch, dass es die einen oder anderen Scharmützel gibt. Die waren aber im Alkohol und der Heissblütigkeit der Fans begründet und die Polizei hatte sie sehr schnell wieder im Griff.

Sind Sie überrascht, wie friedlich es zu- und her ging?
Wir hatten im Vorfeld Infos von Szenekennern aus England, die uns gesagt haben, dass Liverpool eine sehr gute Fankultur hat, und das hat sich dann auch bewahrheitet, auch in den Begegnungen mit der Polizei, die sehr gut verliefen.

Kann man sagen, das sich der Anlass für die Stadt Basel gelohnt hat?
Am Schluss ist es nicht eine Rechnung von plus und minus, die wir machen. Wir haben uns präsentieren können, und das ist ein unglaublich wichtiger Wert, den man nicht aufwiegen könnte. Das ist das Wichtigste. Es hat eine grosse Wertschöpfung und grossen Umsatz gegeben. Feldschlösschen hat beispielsweise gesagt, dass sie Bier nachliefern mussten, das dem Jahresumsatz von drei bis vier Restaurants entspricht. Das ist schon Wahnsinn.

Haben Sie von Seiten der Uefa schon eine Rückmeldung bekommen?
Wir haben schon am Abend vor dem Spiel gemeinsam mit Uefa-Vertretern eine positive Bilanz gezogen. Die Zusammenarbeit mit der Uefa war ohnehin sehr gut. Das gilt auch für die Zusammenarbeit unter den verschiedenen Departementen, die sehr pragmatisch und problemlos verlaufen ist. Gerade beispielsweise bei der Organisation der Public Viewings. Das war sehr eindrücklich für mich, wie direkt und unkompliziert das geklappt hat. Und auch die Zusammenarbeit mit dem SFV, dem FCB, dem Flughafen, der BVB oder den beiden Clubs war super.

Sie haben die beiden Public Viewings angesprochen. Die scheinen sich sehr gelohnt zu haben.
Ja, die sind beide sehr gut gelaufen. Das eine war etwas übervoll. Ich bin am Nachmittag dort vorbeigekommen und war nur froh, dass ich da nicht mittendrin stehen muss. Es war gut, zwei zu machen.

Wie glauben Sie haben die Bewohner den Anlass empfunden und erlebt?
Der eine oder andere hat sich sicher genervt, dass die Trams zwischenzeitlich nicht mehr fuhren. Aber im Allgemeinen haben die Bewohner das ziemlich gelassen hingenommen, und das finde ich sehr schön.

Was steht für die Organisatoren in den nächsten Tagen noch an?
Es wird Debriefings geben, auch mit den Sicherheitskräften, und dann analysieren wir die Einsätze und schauen, was gut gelaufen ist. Ich denke die mediale Aufmerksamkeit wird bis nächste Woche durch sein, aber intern wird es uns sicher noch länger beschäftigen.

Konnten Sie bei all dieser Organisation gestern überhaupt das Spiel schauen?
Ich war mal in der Einsatzzentrale im Spiegelhof und dort ist das Spiel natürlich gelaufen. Dort habe ich dann ein paar Minuten schauen können. Aber ich hätte nicht ins Stadion gewollt, ich war lieber in der Stadt unterwegs.

Ernüchterung nach dem Spiel
91 Bilder
Enttäuschte Fans beim Public Viewing
Enttäuschte Fans beim Public Viewing
Da steht einer gerne im Mittelpunkt
Wimmelbild vom Feinsten
Da braucht es auch mal eine Pause
Basel macht sich für den Europa-League-Final bereit
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Noch ein Selfie
Die Fans geniessen am Rhein das tolle Wetter.
Einge vergnügen sich auf etwas andere Art
Das Skelett vor dem Naturhistorischen Museum wurde verschönert
Die Fahnen hängen
Dieser Fan hat sich ein Bildnis des Estadio Ramón Sánchez-Pizjuán, dem Stadion des FC Sevilla, auf den Rücken tätowiert
Hmm, ob da wer Hunger hat
Die Sevillanos haben ihre Fahnen auch aufgehängt
Kein Platz wird nicht mit Fahnen behangen
Überall wird gesungen und lautstark der Name der eigenen Mannschaft skandiert
Jeder stellt sich gerne vor die Kamera
Auf der Grossleinwand auf dem Barfi werden die Fans auf das Spiel eingestimmt.
Die zweite Leinwand auf dem marktplatz haben noch nicht so viele Fans gefunden.
Das viele Bier muss auch mal raus.
Der Claraplatz hat sich auch gefüllt.
Die Sevillanos haben das Schwarzwaldmädchen auf dem Clarabrunnen geschmückt.
Ein Selfie an die Daheimgebliebenen
Da sammelt sich der Abfall
Der Öffentliche Verkehr ist in Basel zum Erliegen gekommen
Alles was ein Fan braucht: Sonne, Spass und Bier
Der Pegel ist bei einigen jetzt schon hoch
Für Nachschub ist gesorgt
Ein Liverpool-Fan tanzt oben ohne.
Campino von den «Toten Hosen» und der deutsche Photograph Paul Ripke auf dem Barfi
Ein Liverpool-Fan macht mit einem Rauchtopf und viel Enthusiasmus Stimmung
In der Sonne beim Bahnhof lässt sich das Bier auch geniessen.
Die Tramstrecke zwischen Barfüsserplatz und Claraplatz ist gesperrt - zu viele Menschen sind hier unterwegs.
Scousers auf dem Barfi
Noch ein Erinnerungsfoto mit dem schönen Rhein.
Die Sevillanos haben ihre Fanzone auch gefunden.
Gemütliche Stimmung bei den Sevilla-Fans.
Die Liverpool-Fans dekorieren ihre Fanzone.
Die Fans werden am Bahnhof von ihresgleichen empfangen.
Die letzten Vorbereitungen im Stadion
Am Euro-Airport kamen mit Extraflügen die Fans aus Spanien an.
Mit Extrabussen werden sie in die Stadt transportiert.
Für Fragen der Fans, die mit dem öffentlichen Verkehr in die Stadt reisen, sind BVB-Mitarbeiter zur Stelle.
Die Liverpudlians nehmen langsam aber sicher die Stadt ein.
In Pubs, Beizen und auf den öffentlichen Plätzen fiebern sie dem Final heute Abend entgegen.
Auch dieser Liverpool-Fan macht sich warm.
Noch mit dem richtigen Schal eindecken.
Es hat genug.
Auch die Shirts des FC Liverpool sind beliebt.
Vor dem Joggeli ist alles für den heutigen Abend vorbereitet.
Die «Road to Basel» findet endlich ihr Ziel.
Anlässlich des Europa-League-Finals hat die Uefa der Stadt Basel einen Kunstrasen geschenkt
Alex Frei nahm diesen Rasen, der auf der Liesbergermatte liegt, als Ambassador des Finals offiziell entgegen.
Alex Frei enthüllt das offizielle Schild.
Frei, der unweit vom neune Kunstrasenfeld an der Güterstrasse aufgewachsen ist, war sichtlich stolz.
Bei dieser Gelegenheit unterhielt sich Frei noch mit den Kindern ...
... die als erstes auf dem neuen Feld spielen durften.
Die Teams werden auf ihr Spiel vorbereitet.
Das Spiel in vollem Gange.
Hier entsteht das offizielle Erinnerungsfoto.
Auch auf dem Münsterplatz ist nicht mehr zu übersehen, dass in Basel Ausnahmezustand herrscht.
Für die Tage vor und während dem Final wurde extra ein Fussballfeld auf dem Münsterplatz installiert ...
... auf dem Kinder um Tickets für den Final spielen konnten.
Auf dem Münsterplatz gibt es aber noch weitere Attraktionen.
Und auch auf dem Marktplatz ist dank der riesigen Pokal-Imitation nicht zu übersehen, welcher Grossanlass in Basel stattfindet.
Mit dem Pokal werden auch gerne schon mal Selfies geschossen. Ob die Liverpool-Profis heute Abend dasselbe mit dem echten Pokal tun können?

Ernüchterung nach dem Spiel

Keystone

Mit Ihrem Resultattipp haben Sie sich aber etwas vertan. Sie haben am Dienstag auf einen 2:0-Sieg der Liverpooler getippt.
Das haben Sie nicht vergessen? Ja, da habe ich mich nicht eben als Fachmann erwiesen. Da hat meine Leidenschaft gesiegt bei meinem Tipp. Aber ich war ja lange auf Kurs. Bis 17 Sekunden nach Wiederanpfiff. Vielleicht hat sich Liverpool dann einfach zu früh aufgegeben. Aber diese Spanier können eben schon Fussballspielen.