Grande Finale
Patrouille Suisse donnert zur Tattoo-Dernière über Basel

Die Patrouille Suisse plant an der Dernière des Basel Tattoo zwei Überflüge mit sechs Tiger-Kampfjets. Gemäss Luftwaffe liegt die Bewilligung für den Einsatz bereits vor. Tattoo-Chef Erik Julliard kommt mit seiner Idee aber nicht überall an.

Samuel Hufschmid
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Neun PC7-Propellerflugzeuge beim Überflug anlässlich der Tattoo-Dernière 2014.

Neun PC7-Propellerflugzeuge beim Überflug anlässlich der Tattoo-Dernière 2014.

Keystone

Der Patrouille-Suisse-Überflug wäre eines der Highlights der Tattoo-Dernière», sagt Festival-Chef Erik Julliard. Erste Gespräche mit der Polizei hätten bereits stattgefunden. «Das Feedback war grundsätzlich positiv.»

Auf Anfrage bestätigt Polizeisprecher Andreas Knuchel, dass die Kantonspolizei von diesem Vorhaben «Kenntnis» habe. «Ein Gesuch müsste bei der Kantonspolizei aber nur eingereicht werden, wenn die Flugzeuge unter 300 Metern über Grund fliegen würden.»

Auftritt bereits bewilligt
Die Patrouille Suisse hat sich den Termin am 25. Juli bereits reserviert und gemäss Mediensprecherin Delphine Allemand ist der Auftritt in Basel bereits bewilligt worden. «Die Patrouille Suisse plant zwei Überflüge in den Formationen Delta und Kreuz mit sechs Northrop F-5E Tiger II in 300 Meter Flughöhe», so Allemand. Die Tiger-Kampfjets seien lauter als die im letzten Jahr eingesetzten Propellerflugzeuge des Typs PC-7, aber es brauche deshalb keine andere Bewilligung.
Initiiert hat die Idee Tattoo-Gründer Julliard. «Ich habe am Edinburgh Military Tattoo einen Überflug mit Düsenjets miterlebt und es war sehr eindrücklich.» Zur Idee eines Patrouille-Suisse-Einsatzes sei es gekommen, als er nach dem Überflug von 9 PC-7-Flugzeugen im letzten Jahr mit dem Kommandanten der Luftwaffe gesprochen habe. Dieser habe den Wunsch geäussert, dem Basel Tattoo zum zehnjährigen Jubiläum «etwas zurückzugeben.»
Julliard ist sich bewusst, dass es Leute geben wird, denen die Idee nicht gefallen wird. «Es werden sich aber auch viele darüber freuen», sagt er. Weil es ein einfacher Überflug über die Arena ohne Kunststücke sei und weil die Flugzeuge über der Stadt keinen «Schub» geben werden, gehe er nicht davon aus, dass es sehr laut sein wird. Zudem werde die Flugeinlage aus Sicherheitsgründen nur bei gutem Wetter durchgeführt.
Kritik von Tattoo-Gegnern
Alt Nationalrätin Anita Lachenmeier vom Grünen Bündnis äussert sich kritisch. «Für mich ist es vor allem eine Frage der Sicherheit, wenn Kampfflugzeuge im Tiefflug über Basel fliegen», sagt die Politikerin, die sich mit dem Verein «Heb Sorg zum Glaibasel» schon mehrfach gegen Vorhaben des Militärmusikfestivals gewehrt hat. Es sei für sie nicht nachvollziehbar, dass ein solcher Überflug über dicht besiedeltem Gebiet von den Behörden bewilligt werde. «Ein solcher Tiefflug betrifft die ganze Stadt und nicht nur die Tattoo-Anwohner», sagt Lachenmeier. Für die Piloten der Patrouille Suisse wird der Einsatz in Basel ein Highlight. «Es wird ein spezieller Einsatz, weil er in der Dämmerung und über der Stadt stattfindet», sagt Allemand.

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