Ozeanium
Ozeanium: Jetzt muss die Umgebung aufgewertet werden

Die Heuwaage soll schöner werden: von der Asphaltwüste zu einem Platz. Auch im Nachtigallenwäldeli plant der Kanton seit Jahren vor sich hin. Doch nun soll es ebenso vorwärtsgehen – dank dem Millionenprojekt Ozeanium nebenan.

Nicolas Drechsler
Drucken
Teilen
Im Jahre 2020 soll das Ozeanium auf der Heuwaage seine Türen öffnen. Aussenansicht
14 Bilder
Das Ziel der Projektträger des Basler Zoo ist klar: Es wird ein Zentrum für Umweltbildung entstehen, welches ein markantes Zeichen setzt für Naturschutz und Nachhaltigkeit. Eingang
Der Zoo Basel wird die Finanzierung und den Betrieb ohne jede behördliche Unterstützung sicherstellen. Quallen-Aquarium
Das geplante Ozeanium wird reich sein an Attraktionen. Schwarm-Aquarium
Spektakuläre Aquarien mit Korallenriffen... Korallen-Aquarium
...eine faszinierende Abfolge von Lebensräumen, von denen jeder seine eigene Geschichte hat... Korallen-Aquarium
...eine endlos lange Schwimmbahn für Pinguine... Pinguine von unten
...Schwärme von Leuchtfischen... Schwarm-Aquarium
..Haie, Seeotter und ein spektakulärer Riesenoctopus werden alle Platz finden. Offener Ozean Aquarium
Der Zoo Basel sieht das Ozeanium als perfekte Ergänzung zum bestehenden Vivarium. Offener Ozean Aquarium
Das Ozeanium wird so wenig Energie, wie nur möglich, verbrauchen; alle Ressourcen werden mehrfach genutzt. Längsschnitt
Neben Solaranlagen und der Abwärme von Pumpen wird auch die Abwärme der Besucher rezykliert. Querschnitt
Die Erstellungskosten werden knapp über 100 Millionen Franken betragen. Querschnitt
Das Geld soll vor allem über Spenden zusammenkommen. Querschnitt

Im Jahre 2020 soll das Ozeanium auf der Heuwaage seine Türen öffnen. Aussenansicht

Zur Verfügung gestellt

Als den «Kopf auf dem Giraffenhals» bezeichnet Kantonsbaumeister Fritz Schumacher das Ozeanium gegenüber der bz. «Giraffenhals» heisst das Projekt zur Aufwertung des Nachtigallenwäldelis vom Ausgang des zoologischen Gartens bis zur Heuwaage. Das Projekt sieht unter anderem vor, dass der Heuwaage-Parkplatz aufgehoben wird und der Birsig in diesem Teilstück wieder an die Oberfläche darf. Zudem soll das Flüsschen revitalisiert werden. Das Gebäude an der Binningerstrasse 4, in dem sich heute das Gassenzimmer befindet , soll teilweise abgebrochen werden, sodass es nicht mehr in die Parkanlage hineinragt (siehe Plan). Der Parkplatz des zoologischen Gartens soll verschwinden, ihn ersetzt ein Parking in der Stützmauer des Erdbeergrabens, wo in Zukunft auch das Gassenzimmer unterkommen soll.

Das neu gestaltete Nachtigallenwäldeli mit geöffnetem Birsig und Ozeanium.

Das neu gestaltete Nachtigallenwäldeli mit geöffnetem Birsig und Ozeanium.

ZVG/bz

Verwaltung zieht um

Die Verwaltung des Zoos soll aus dem Gebäude beim heutigen Eingangsbereich in das heutige Gaswerk ziehen. Diese Schritte sollen einerseits eine Verbindung zwischen der Heuwaage und dem Zoo schaffen und zweitens dem Zoo zusätzliche Flächen zur Nutzung freigeben. «Das wäre die erste Vergrösserung des Zolli seit 1961», wie Zoodirektor Olivier Pagan ausführt.

Offene Frage: Tramschlaufe

Die Aufwertung der Heuwaage kann mit oder ohne Verlegung der Tramschlaufe erfolgen, aber Schumacher macht klar, ihm wäre eine dritte Variante am liebsten: «Ich hoffe, dass mit der Realisierung der neuen Tramführung über den Margarethenstich die Schlaufe überflüssig wird.» Sinnvoll wäre es, wenn mit der Realisierung des Ozeaniums auch die Aufwertung des Nachtigallenwäldelis umgesetzt werden könnte. «Aber das ist nicht zwingend nötig, nur die Umgestaltung an der Heuwaage hat einen direkten Zusammenhang», betont Schumacher.

Aufwertung in Warteschlaufe

Die Aufwertung der Heuwaage war, nach dem erfolgreichen Referendum gegen den Bau eines Multiplexkinos 2003, von der Regierung auf die lange Bank geschoben worden. Dann folgte ein Ratschlag an den Grossen Rat, den dieser 2011 guthiess und die erforderlichen gut elf Millionen Franken freigab. Darin enthalten ist auch ein Beitrag an den Neubau des Partylokals Kuppel. Hier liegt seit 2002 ein Siegerprojekt auf dem Tisch. Getan hat sich allerdings noch nichts. Nun solle es aber «vorwärtsgehen», so Schumacher und redet von «intensiver Planung». Allerdings hat Kuppelbetreiber Simon Lutz unlängst gegenüber der «Tageswoche» gesagt, von den 6 Millionen, die er an den Bau beisteuern muss, habe er noch keinen Franken. Er sei aber, zehn Jahre, nachdem das Projekt ausgewählt wurde, nun «intensiv» auf der Suche nach Geldgebern.

Aktuelle Nachrichten