Rheinbord
Oetlinger-Buvette: Ein Kunstwerk als Gegenpol zur Art

Die Oetlinger-Buvette erstrahlt in pinkem Glanz. Dass der Container am Rhein genau zum Zeitpunkt der Art Basel einen neuen künstlerischen Anstrich erhält, ist natürlich kein Zufall.

Bigna Bornhauser
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Die Oetlinger-Buvette bereitet sich auf die Art vor
4 Bilder
... noch fehlen einige entscheidende Details.
Die Geschwister Baudenbacher.
Felix Baudenbacher installiert.

Die Oetlinger-Buvette bereitet sich auf die Art vor

Daniel Nussbaumer

Der Regen machte ihnen einen Strich durch die Rechnung und erschwerte am Montag den Aufbau. Dennoch zeigten sich die Verantwortlichen zuversichtlich: «Alle Stücke wurden bereits angefertigt, nun müssen wir die Puzzle-Teile nur noch zusammenfügen», erklärt Eva Baudenbacher, Betreiberin der Oetlinger-Buvette.

Die nötigen Einrichtungen, um die Kunstwerkteile zu befestigen, wurden bereits in den letzten Wochen angebracht. Felix Baudenbacher, der Bruder von Betreiberin Eva, und Simon verwandeln den Container während der Art in eine überdimensionale Gemälde-Skulptur.

«Die Formen sollten inhaltlich sowie formal originell sein»: Felix Baudenbacher, Künstler und Projektleiter.

«Die Formen sollten inhaltlich sowie formal originell sein»: Felix Baudenbacher, Künstler und Projektleiter.

Daniel Nussbaumer

Wichtig bei der Farbwahl war zudem die Wahl des Herstellers der Ölfarbe. Gewöhnliche Hauswandfarbe habe nicht die nötige Tiefe und Qualität gehabt, erklärt er seine Wahl. Auch bei den Formen durfte es nichts Gewöhnliches sein: «Die Formen habe ich selbst entwickelt, sie sollten inhaltlich sowie formal originell sein.» Dies sei eine besondere Herausforderung, da Dreiecke und andere bekannte Formen bereits besetzt und abgegriffen seien.

Kein Zufall

Dass der Container genau zum Zeitpunkt der Art Basel verschönert wird, ist natürlich kein Zufall. Die Art zelebriere die Kunst und locke gleichzeitig ein spezielles Publikum nach Basel, meint Felix Baudenbacher, der einen Grossteil des Jahres in London lebt. «Auf der anderen Seite sehe ich mein Kunstwerk als Gegenpol zur Art», sagt er und erklärt: «Das Projekt finanziert sich grösstenteils aus einer Crowdfunding-Aktion. Der Verkauf des Kunstwerks war nie das Ziel.» Dennoch wäre er nicht abgeneigt, falls jemand Interesse zeige, fügt er an. Im Vordergrund stand aber immer der Gedanke, etwas Schönes an den Rhein stellen zu können.

Die Idee entwickelte sich an Weihnachten 2014. Dabei ist Felix Baudenbacher auf seine Geschwister zugegangen: «In meinem Atelier in London habe ich nicht die Möglichkeit, etwas so Grosses zu machen. Deshalb wollte ich diese privilegierte Position ausnützen», sagt er. Künstler sollten sich nicht zu viel mit praktischen Überlegungen aufhalten, sondern Chancen ausnutzen, fügt Baudenbacher an.

Lange Vorbereitungszeit

Als Grundsätzliches geklärt war, machte sich Felix Baudenbacher an den Entwurf. «Erst gab es verschiedenen Ideen und Entwürfe. Alle schlossen an meine sonstigen Malereien an», sagt er. Die abstrakte und minimalistische Kunst reduziere sich auf Oberfläche und Farbe, erläutert der Künstler seinen Stil.

Zwischen Januar und April dieses Jahres liess er sich Zeit, um ein passendes Konzept auszuarbeiten. Als das Motiv gefunden war, fertigte Baudenbacher die dazugehörigen Modelle an. «Vor fünf Wochen habe ich mich in einem Atelier auf dem Dreispitz-Areal eingemietet und die einzelnen Teile produziert», erklärt Felix Baudenbacher.

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