Persönlich
Nicht auf Empfang

Patrick Marcolli
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Corona lässt die Neujahrsempfänge wie diesen des Basler Gewerbeverbands vermissen.

Corona lässt die Neujahrsempfänge wie diesen des Basler Gewerbeverbands vermissen.

Juri Junkov

Man muss schon in guter Verfassung sein, um diese Dinge über sich ergehen lassen zu können. Hier, beim Basler Gewerbeverband, die Klage über zu wenige Parkplätze und zu hohe Regulierungsdichte. Dort, bei der Handelskammer beider Basel, die Erkenntnis, dass der Mensch im Mittelpunkt der Wirtschaft steht. Und weiter drüben noch, ennet der Birs und des Dorenbachs, wird dies alles nach der Einzelbegrüssung per feuchtem Händedruck kondensiert: Die Klage über zu wenige Parkplätze und zu hohe Regulierungsdichte, gemixt mit der revolutionären Erkenntnis, dass der Mensch im Mittelpunkt der Wirtschaft steht.

Mit derlei gewichtigem Inhalt gefüllt sind die ersten Tage eines Jahres für Wirtschaftsvertreter, Politikerinnen, Journalistinnen und Behörden. Tout Bâle Région trifft sich bei den grossen Drei der Neujahrsempfänge. Die Büffets sind üppig, die Sakkos spannen (Frauen sind übrigens massiv untervertreten) und wer etwas auf sich hält, wechselt an den drei Tagen zumindest einmal das Hemd und die Krawatte.

Ja, ich spotte über diese Anlässe. Und dennoch, so habe ich in den vergangenen Tagen immer wieder mal gedacht, vermisse ich sie. Ich vermisse das enge Beieinanderstehen, den Mix an Aftershaves, den Small Talk und Austausch, das Glas Bier und die eine oder andere Geschichte für die Zeitung.

Corona macht nostalgisch.

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