Basel
Neues Stadtquartier: Beim Dreispitz entstehen die höchsten Wohnhäuser der Schweiz - und ein Park

Ein neues Stadtquartier mit Hochhäusern und grosszügigen Freiräumen soll im Teilgebiet Nordspitze auf dem Dreispitz-Areal im Süden von Basel entstehen. Dies schlägt das städtebauliche Konzept von Herzog & de Meuron vor, das den Studienauftrag gewonnen hat.

Peter Schenk
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Dreispitz Entwicklung Nordspitz
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Im Dreieck zwischen Dornacher-, Reinacher- und Münchensteinerstrasse soll ein neues städtisches Quartier mit drei Hochhäusern und einem Stadtpark entstehen.
Angestrebt wird eine stark verdichtete Nutzung.
Auf dem Dach des Migros-Gebäudes soll ein Park entstehen.
Das Projekt der Architekten von Herzog & de Meuron ist als Sieger aus dem Studienauftrag Nordspitze hervorgegangen.

Dreispitz Entwicklung Nordspitz

Visualisierung Herzog & de Meuron

Im Dreispitz soll in den nächsten Jahren ein neues städtisches Quartier entstehen. Am auffälligsten an dem Konzept der Basler Architekten Herzog & de Meuron, das den städtebaulichen Studienauftrag zur Entwicklung des Dreispitz gewann, sind drei runde Hochhäuser. Das in der Mitte soll bis 160 Meter, die anderen beiden 135 Meter hoch werden. Sie wären damit die höchsten Wohntürme der Schweiz.

Urban farming auf dem Dach

Geplant sind ausserdem zwei Parks, einer von ihnen ebenerdig, der zweite in der Höhe. Letzterer heisst Gottlieb Duttweiler-Feld und soll sich in zehn bis fünfzehn Metern Höhe auf dem Gebäude des Einkaufszentrums M-Parc befinden. Denkbar wären hier urban farming, ein Gartenrestaurant, aber auch sportliche Aktivitäten wie Beachvolleyball.

Das Konzept wurde am Dienstag im Rahmen einer gemeinsamen Medienkonferenz von der Christoph Merian Stiftung (CMS), der Genossenschaft Migros Basel und des Bau- und Verkehrsdepartements (BVD) des Kantons Basel-Stadt vorgestellt. Die drei Partner hatten den Studienauftrag im März 2017 lanciert. An diesem nahmen sechs renommierte Architekturbüros teil, vier aus Basel und zwei aus Zürich. Beim Grundstück handelt sich um das Dreieck zwischen Dornacher-, Reinacher- und Münchensteinerstrasse.

Die zwölfköpfige Jury, zu der auch zwei Vertreter aus dem Quartier gehörten, hatte sich einstimmig für das Projekt von Herzog & de Meuron ausgesprochen. «Es hat eine unerwartete Leichtigkeit und schafft die Quadratur des Kreises. Wir sind wirklich begeistert», lobte der Basler Kantonsbaumeister Beat Aeberhard. Positiv sei auch die Anbindung des Dreispitz an das Quartiers Gundeldingen Ost.

Flaggschiff der Migros

Ähnlich tönte es bei CMS-Direktor Beat von Wartburg: «Das Projekt macht alle drei Parteien glücklich.» Das Gelände gehört der CMS, ist aber zu 83 Prozent bis 2053 im Baurechtsvertrag an die Migros abgegeben. Neben dem Einkaufszentrum M-Parc befindet sich hier auch der Baumarkt Obi.

«Wir haben jährlich 2,5 Millionen Kunden und die Entwicklung ist seit Jahren positiv», beschrieb Stefano Patrignani, Geschäftsleiter der Genossenschaft Migros Basel, dieses «Flaggschiff» der Migros. Aus diesem Grund sei es auch wichtig, dass die Arbeiten etappiert werden können und das Funktionieren des M-Parcs sichergestellt sei. Die Anzahl der Parkplätze für die Migros soll mit 500 konstant bleiben.

Mit Blick auf die Vogesen

Neben der bisherigen Nutzung mit Gewerbe und Verkauf sieht das Konzept die Erweiterung durch Gastronomie, Bildung, Freizeit und einem hohen Mass von Wohnraum vor. Geplant sind neben Genossenschaftswohnungen auch welche im mittleren und oberen Preissegment. Neben den Hochhäusern mit gemischter Nutzung mit Läden unten, Büros in der Mitte und Wohnungen darüber «mit Blick auf die Vogesen, den Jura und den Schwarzwald» wie von Wartburg ausführte, sind auch Stadthäuser vorgesehen.

Insgesamt sind 800 Wohnungen für 1400 Einwohner und 1400 neue Arbeitsplätze geplant. Das geschätzte Investitionsvolumen liegt bei 600 bis 800 Millionen Franken. «Wer wie und was investiert, ist noch nicht klar. Bisher ist das Ganze eine städtebauliche Vision. Es liegt ja auch noch keine Bebauungsplan vor», erläuterte Patrignani gegenüber der bz.

Nach der Ausarbeitung eines Bebauungsplans durch das BVD könnte dieser, wenn alles gut läuft, im Jahr 2020 dem Grossen Rat vorgelegt werden. Baubeginn wäre dann frühestens zwei Jahre später.

Die sechs Projekte sind im ehemaligen Feuerwehrdepot ausgestellt. Dornacherstrasse 398, Basel, 14. bis 21. Dez., Mo-Fr 16-19 Uhr, Sa 10-17 Uhr, So zu.