Stadtplanung
Nachanalyse zum Claraturm zeigt: Basler wollen schöne Hochhäuser

Das Geschrei vor der Abstimmung war laut, die Stimmbeteiligung hoch und das Resultat knapp; der Claraturm bewegte die Gemüter und tut es immer noch. Mit 52,9 Prozent Ja-Stimmen wurde dem Turmbau am 24. November 2013 grünes Licht gegeben.

Sarah Serafini
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Der Claraturm ist nur eines der Hochhäuser, die in Basel gebaut werden sollen. (Archiv/Visualisierung)

Der Claraturm ist nur eines der Hochhäuser, die in Basel gebaut werden sollen. (Archiv/Visualisierung)

Visualisierung/ZVG

Warum nur so Wenige? Wurde falsch geplant? Falsch kommuniziert? Oder haben die Basler gar grundsätzlich etwas gegen Hochhäuser? Diese Fragen stellte sich die Leitung des Bau- und Verkehrsdepartement und gab eine Analyse in Auftrag: Die Abstimmungsforscher von der GfS sollten herausfinden, wie das Stimmungsbild in der Bevölkerung aussieht.

«Es gibt keine generelle Kritik an Hochhäusern», sagte Urs Bieri, Politik- und Medienwissenschaftler bei der GfS an der gestrigen Medieninformation. Dies sei für Basel wohl die wichtigste Schlussfolgerung aus der Nachanalyse zur Claraturm-Abstimmung. Denn der Claraturm ist nur eines der Hochhäuser, die in Basel gebaut werden sollen.

Der Roche-Turm ist bereits in Bau, bald auch das neue Biozentrum. Martin Sandtner, Leiter Planungsamt sagt, als Nächstes sei ein Hochhaus beim Südpark im Gundeli geplant. «Die Erkenntnis der Analyse, dass sich 46 Prozent der Befragten vorstellen können, selbst in einem Hochhaus zu leben, ist für uns sehr wichtig.»

706 Basler Stimmberechtigte wurden für die Nachanalyse befragt. Die Turm-Gegner gaben an, dass sie den Bau vor allem wegen seiner Lage kritisieren. Sie befürchten, dass ein lebendiger Ort mit Tradition verloren gehe. Diese Verlustgefühle waren für ihr «Nein» in der Urne ausschlaggebend. Die Ablehnung sei aber kein generelles Zeichen gegen Hochhausbauten, kommt die Analyse zum Schluss.

Sandtner zieht Bilanz: «Gute Projekte haben bei der Bevölkerung gute Chancen haben - sofern die Qualität des Baus stimmt und zu dem Standort passt.» Für kommende Projekte will er, wie schon beim Claraturm, die Quartierbewohner in die Planung einbeziehen. Die Analyse habe ergeben, dass solche Mitwirkungsverfahren für das Ergebnis eines Projekts sehr relevant seien.