Basel/Baselland

Nach «No Billag»: «Die Situation war in der Tat schwierig», sagt der Leiter des SRF-Regionaljournals

Dieter Kohler vom SRF Regionaljournal.

Dieter Kohler vom SRF Regionaljournal.

Dieter Kohler leitet die Redaktion des Regionaljournals Basel/Baselland. Seine Arbeit wurde in den letzten Monaten von der «No Billag»-Initiative überschattet. Er sieht, jetzt, wo es für die SRG gut ausgegangen ist, aber auch die positiven Seiten der Debatte.

Herr Kohler, die beiden Basel haben die No-Billag-Initiative überdeutlich abgelehnt. Kann man daraus schliessen, dass die Akzeptanz des Regionaljournals sehr gross ist?

Dieter Kohler: Ich glaube, es hat mit der speziellen Situation in der Region Basel zu tun. Die Leute nutzen mehrere Medien und suchen sich ihre Informationen patchworkartig zusammen. Dieses Verhalten ist hier ausgeprägter als anderswo. Und das Regionaljournal ist eines dieser Medien. Tele Basel und Radio X, die auch Gebührengelder erhalten, sind andere. Die Menschen wollten sich ihr Medienmenü nicht zusammenstreichen lassen.

Die Debatte war auf beiden Seiten hitzig und emotional. Dazwischen die SRG-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter. War es für Sie in den letzten Monaten schwierig, ganz normal Ihre Arbeit zu machen.

Die Situation war in der Tat schwierig. Ich arbeite nun seit 30 Jahren für SRF. Kritisiert worden sind wir immer. Das gehört dazu. Aber es ging jetzt nicht mehr darum, dass wir dieses besser und jenes anders machen sollen, sondern es ging um das Entziehen der Grundlagen für unsere Arbeit. Das war schon sehr speziell. Wir versuchten die Situation durch möglichst professionelle Arbeit zu lösen. Und ich denke, das ist uns ganz gut gelungen.

Wie war die Stimmung im Team? Seid Ihr in einer Art Verteidigungshaltung noch näher zusammengerückt?

No Billag war jeden Tag ein Thema, meist beim Kaffee oder wenn man sich sonst getroffen hat. Im Alltag aber ging es um die aktuelle journalistische Arbeit, da spielte die Initiative, respektive die Debatte darüber, keine Rolle.

Wie haben Sie die Berichterstattung der anderen Basler Medien wahrgenommen? Fühlten Sie sich fair behandelt oder mussten Sie stellvertretend für die SRG den Kopf hinhalten?

Ich fand die Debatte interessant. Die Initiative war zwar hart, hatte aber einen positiven Nebeneffekt: Man hat sich mit uns auseinandergesetzt. Jetzt, wo wir weitermachen können, bin ich sehr froh um diese Diskussion. An der Unterstützung und auch der Kritik, die wir erfahren haben, kann man nur wachsen. Der Kontakt zur Bevölkerung war intensiv. Wenn es uns gelingt, diesen nicht abreissen zu lassen, dann gehen wir wirklich gestärkt aus diesem Abstimmungssonntag hervor. Mit dem baldigen Umzug ins Meret-Oppenheim-Haus sind wir schon mal räumlich viel näher bei den Leuten.

Nun hat SRG-Generaldirektor Gilles Marchand aber ein Sparprogramm und einen Stellenabbau angekündigt. Müssen Sie sich schon wieder Sorgen machen?

Dies Fragen werden in der Generaldirektion behandelt und entschieden. Wir vor Ort konzentrieren uns wieder voll auf unser Programm. 

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