Die Bluttat geschah an einem Sonntagmorgen. Es war der 28. Januar, und im beschaulichen Oberbaselbieter Dorf fielen plötzlich Schüsse. Ein Nachbar war in zum Haus von Staranwalt Martin Wagner gestürmt, schoss zuerst auf Wagner und nahm sich danach das Leben. Die ganze Region war geschockt.

Jetzt, knapp vier Monate später, meldet sich Wagners Sohn Julien zu Wort. In der Schweizer Illustrierten gab er am Freitag zu Protokoll, dass er und seine Geschwister an jenem Tag zu Hause waren. Es sei krass gewesen, sagt er. "Wie in einem Kriegsgebiet."

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"Saumässig Glück" hätten sie gehabt, sagt der 23-jährige Julien Wagner, der mit dem Pratteler Unternehmer Hermann Alexander Beyeler eine Produktionsfirma für die Verfilmung von Beyelers Roman "Bozzetto" führt. Er wohnt zusammen mit seinen Geschwistern Dennis (21) und Sedona (9) ausserhalb des mittlerweile verlassenen Elternhauses. 

Sorgerecht für die Kleinste

Nun habe er die Verantwortung für seine kleine Schwester übernommen; das habe ihm die Kraft gegeben, am Montag nach der Tat wieder aufzustehen, so Julien Wagner. Er halte das Sorgerecht für das Kind, schreibt die "Schweizer Illustrierte".

Martin Wagner hatte wenige Monate vor der Tat seine Frau Sandra verloren, die nach schwerer Krankheit verstorben war. Die Kinder sind nun Vollwaisen. Der unter anderem als Medienanwalt tätige Jurist war weit über die Region Basel hinaus bekannt. Zu seinen Freunden und Geschäftspartnern gehört auch Bernhard Burgener, Präsident des FC Basel. (dre)

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