Riehen

Nach Kritik wegen Strafbefehl: Riehener Priester zieht seine Kandidatur nun doch zurück

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In der katholischen Kirche von Aadorf war der Pfarr-Kandidat von Riehen bis 2010 tätig, jetzt zieht er seine Kandidatur in Riehen zurück.

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Der Rückzug der Kandidatur erfolgt in beinahe letzter Minute: Der angehende katholische Riehener Priester hat sich nach einer Reihe von Vorwürfen und Rechtfertigungen nun doch entschieden, nicht zur Pfarrwahl anzutreten. Der Kirchgemeinderat bedauert dies.

Erst vergangene Woche hatte sich der katholische Riehener Priesterkandidat der Kirchgemeinde an einem öffentlichen Anlass zu den Vorwürfen der sexuellen Belästigung erklärt. Der Mann hatte vor rund zehn Jahren einen Strafbefehl erhalten, weil er einem Jungen die Füsse massiert hatte.

Wie Recherchen der bz und eine Einsicht in den damaligen Strafbefehl ergaben, waren aber entgegen den bisherigen Darstellungen mehr als nur die Füsse von Berührungen betroffen.

Nun zieht der Priester seine Kandidatur doch zurück. Dies, nachdem der Präsident der Pfarrwahlkommission, der Basler Anwalt Stefan Suter, mehrfach darum bemüht gewesen war, die Vorwürfe zu entkräften, um dem Mann eine zweite Chance zu gewähren. Der öffentliche Auftritt hätte dazu dienen sollen, der Kandidatur Nachdruck zu verleihen.

Gutachten bestätigt: Keine Gefahr der Übergriffe

Wie die Pfarrwahlkommission am Dienstag in einer Mitteilung schreibt, bedauere sie den Rückzug der Kandidatur sehr. Für den Priester sei die psychische Belastung indes so sehr gestiegen, dass eine Weiterführung der Kandidatur ohne Inkaufnahme einer gesundheitlichen Schädigung nicht mehr verkraftbar sei. 

Die Kommission hält fest, dass beim Kandidaten vor zehn Jahren keinerlei sexuelle Motivation im Spiel gewesen war. Überdies habe ein unabhängiges psychiatrisches Gutachten in Kenntnis aller Fakten bestätigt, dass auch inskünftig keine Gefahr der Übergriffe bestehe. 

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