Bestätigung

Mörder von Riehen muss definitiv 17 Jahre hinter Gitter

Gegen den Entscheid des Appellationsgericht Basel erhob der Angeklagte Beschwerde am Bundesgericht. Dieses bestätigte den Entscheid vollumfänglich. (Symbolbild)

Gegen den Entscheid des Appellationsgericht Basel erhob der Angeklagte Beschwerde am Bundesgericht. Dieses bestätigte den Entscheid vollumfänglich. (Symbolbild)

Das Bundesgericht stützt ein Urteil des Basler Appellationsgerichts vollumfänglich. Dieses sieht für den Täter eine Freiheitsstrafe von 17 Jahren sowie eine Zahlung von Schmerzensgeld an die Eltern des Mordopfers in der Höhe von 60'000 Franken .

Der Mann, der vor vier Jahren in Riehen einen Arbeitskollegen brutal ermordet hat, muss definitiv eine Freiheitsstrafe von 17 Jahren absitzen. Das Bundesgericht hat einen entsprechenden Entscheid des Basler Appellationsgerichts bestätigt.

Anfang Februar 2012 war ein 35-jähriger Mann von seiner Exfreundin und einer Arbeitskollegin in seiner Wohnung an der Rauracherstrasse in Riehen tot aufgefunden worden. Der Täter hatte das Opfer mit einem oder mehreren Gegenständen gegen den Kopf geschlagen, ihm Tritte gegen den Kopf verpasst und schliesslich durch Messerstiche im Hals-, Brust- und Gesichtsbereich getötet. Opfer und Täter arbeiteten bei derselben Firma in Laufen.

Aufgrund von Indizien

Das Appellationsgericht Basel-Stadt verurteilte den Täter, einen Schweizer mit Migrationshintergrund aus dem Kanton Aargau, in zweiter Instanz zu einer Freiheitsstrafe von 17 Jahren. Es verpflichtete den Täter zudem, den Eltern des ermordeten Mannes ein Schmerzensgeld von insgesamt 60'000 Franken zu bezahlen. Der Täter bestritt stets, die Tat begangen zu haben. Das Motiv für die Tat blieb im Dunkeln. Das Appellationsgericht befand, aufgrund des Aussageverhaltens des Täters und der vorhandenen Beweismittel bestehe eine geschlossene Indizienkette, die «keine vernünftigen Zweifel» daran lasse, dass der Arbeitskollege vom Verurteilten ermordet worden sei.

Gegen diesen Entscheid erhob der Verurteilte Beschwerde ans Bundesgericht. Er beantragte in Lausanne, das Urteil des Appellationsgerichts sei aufzuheben und er sei vollumfänglich freizusprechen; allenfalls sei eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren wegen vorsätzlicher Tötung auszusprechen. Er führte unter anderem ins Feld, das Motiv für eine Tat sei ein wesentlicher Bestandteil einer geschlossenen Indizienkette. Einen motivlosen Mord gebe es nicht. Die Richter in Lausanne widersprachen dieser Auffassung, denn auch bei Unklarheit des Motivs kann Mord vorliegen – etwa dann, wenn aufgrund der Tatausführung und des Nachtatverhaltens auf besondere Skrupellosigkeit zu erkennen sei.

Skrupelloses Verhalten

Diese Voraussetzungen erachtete das Bundesgericht im konkreten Fall als gegeben. Denn dem Opfer waren unter Verwendung mehrerer Tatwaffen zahlreiche Verletzungen im Kopf und Halsbereich zugefügt worden, was auf eine besondere Brutalität schliessen lasse. Sodann sei die Art der Tatausführung, die zwangsläufig eine gewisse Zeit in Anspruch genommen hatte, Ausdruck einer besonderen Kaltblütigkeit.

Und schliesslich zeige auch das Nachtatverhalten eine besondere Skrupellosigkeit, hatte doch der Täter falsche Spuren gelegt und durch diverse Vorkehrungen aktiv versucht, mehrere dem Opfer nahestehende Personen verdächtig zu machen. Angesicht dieses Verhaltens rechtfertigt sich nach Meinung des Bundesgerichts auch die Strafe von 17 Jahren Freiheitsentzug.

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