Markthalle
Mit der neuen Besitzerin ergeben sich interessante Entwicklungsperspektiven

Bei der Markthalle gibt es einen Besitzerwechsel. Die Edith Maryon AG übernimmt das Zepter von der CSA Real Estate Switzerland. Die neue Besitzerin will dem jetzigen Konzept treu bleiben und verspricht eine gesicherte Zukunft für die Halle.

Stefan Schuppli
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Besonders über Mittag herrscht in der Markthalle Hochbetrieb. Selbst in den Sommerferien.

Besonders über Mittag herrscht in der Markthalle Hochbetrieb. Selbst in den Sommerferien.

Stefan Schuppli

Alle sind zufrieden, allen voran Alexandra Dill von der Betreibergesellschaft Markthallen AG: Sie strahlt über das ganze Gesicht. «Wir sind sehr glücklich über diese Lösung», sagt sie. Denn mit der neuen Besitzerin, der Edith Maryon AG, sei die Zukunft der riesigen Halle und deren Randgebäude gesichert. Langfristig. Denn die Markthallen AG hatte mit der bisherigen Besitzerin CSA Real Estate Switzerland (Credit-Suisse-Anlagestiftung) bislang lediglich einen bis Ende 2017 befristeten «Probebetrieb» vereinbart.

Edith Maryon

Eine Stiftung und eine AG

Die Edith-Maryon-Stiftung wurde 1990 von drei ehemaligen Schülern der Rudolf-Steiner-Schule zur Förderung sozialer Wohn- und Arbeitsstätten gegründet. Sie hat seither Projekte wie das «Unternehmen Mitte» finanziert, hat sich am «Ackermannshof» in der St. Johannsvorstadt, am Hotel Krafft, Theater Dornach und verschiedenen anthroposophischen Institutionen beteiligt, sowie an Wohnprojekten, unter anderem auch in Deutschland.

Die Stiftung sei aber nicht explizit anthroposophisch ausgerichtet, betonen die Verantwortlichen. Die AG ist im Gegensatz zur Stiftung nicht steuerbefreit, aber operativ ganz eng an die Stiftung gebunden.

Die konsolidierte Bilanzsumme belief sich Ende 2015 auf 177 Millionen Franken und erhielt in den vergangenen fünf Jahren Spenden in der Höhe zwischen 1 und 13 Millionen.

Diese Unsicherheit habe die Weiterentwicklung erschwert, sagte sie an der Medienkonferenz am Freitag. Dank der Stiftung könne die Betriebsgesellschaft langfristige Perspektiven entwickeln, sprich: investieren. Grosse Sprünge würden sie aber nach wie vor nicht machen. «Es geht Schritt für Schritt», sagt sie. Im Visier sind Kleingewerbebetriebe. Als Erstes werde die Bäckerei vom Vorplatz in die Halle umziehen, ebenso wird eine Käserei einziehen.

«Glücksfall für Basel»

Glücklich ist auch Adrian Rehman, Verwaltungsratspräsident der Edith Maryon AG, die die Halle übernommen hat. «Es ist ein grosser Schritt für die Edith Maryon AG und die Stiftungsfamilie. Und es ist auch ein Glücksfall für Basel, denn es bleibt eine weiterer Ort für öffentliche, kulturelle und gewerbliche Nutzung erhalten, ohne spekulative Verwertung.»

Und zumindest froh ist auch Andreas Roth, Leiter der CS-Immobilienanlagestiftungen, die das wohl etwas schwer zu kommerzialisierende Objekt elegant losgeworden ist – ganz in Minne mit den aktuellen Nutzern und ohne politische Nebengeräusche oder Kollateralschäden. «Wir waren mit der Markthallen AG seit längerem im Gespräch und suchten nach Lösungen», sagte Roth. Daraus entwickelte sich die Idee mit der Stiftung, die mit der AG teilweise personell verflochten ist.

Preis: Schweigen im Walde

Genannt wurde der Preis an der Medienkonferenz in einem Seitengebäude der Halle nicht. Immobilienfachleute schätzen ihn auf einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag. Roth liess durchblicken, dass die Rechnung für die Anlagestiftung nicht so ganz aufgegangen sei. Die Maryon AG kauft auch die Randbauten und die Sockelebene, wo etwa Bächli Sport, Digitech, Wohnstadt, Saner Apotheke und das Ita-Wegman-Ambulatorium eingemietet sind. Die Mietverträge werden übernommen.

Der Wohnturm-Neubau am Steinentorberg und einige Parkplätze in der Einstellhalle bleiben hingegen im Besitz der CS-Anlagestiftung. Allerdings sei das Auseinanderpfriemeln der Parzelle eine mehrere Wochen dauernde Riesenarbeit gewesen, sagt Edith-Maryon-Sprecher Ulrich Kriese. Im Grundbuch sind jetzt 30 Dienstbarkeiten (Erlaubnis zum Durchgang, Leitungsführungen etc.) eingetragen. Finanziert wurde der Deal mit einer Hypothek einer nicht genannten regionalen Bank.

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