Messeplatz
Messe-Parking: Der «Schandfleck» auf dem Messeplatz

Das Parking der Messe Basel mag vieles sein, aber schön ist es nicht. Und zwischen den neuen Messepalästen, die zurzeit entstehen, sieht es noch schäbiger aus. Dass nun die Messe Basel über ein neues Parking redet, stört den VCS aber gewaltig.

Nicolas Drechsler
Drucken
Teilen
Fast alles wird neu am Messeplatz - nur das Messeparking wird nicht erneuert

Fast alles wird neu am Messeplatz - nur das Messeparking wird nicht erneuert

Google Maps

Angesichts des Widerstandes, den grüne Kreise jetzt schon gegen einen Neubau ankündigen, traut sich die Messe nicht, das alte Gebäude abzureissen, um ein neues hinzustellen. «Wir konnten das Parkhaus nicht ins Projekt einbeziehen und müssen uns das Vorgehen auch jetzt sehr genau überlegen», antwortet der Leiter des Facility Managements bei der Messe, Edgar Jenny auf die Frage, warum mit den neuen Hallen nicht gleich noch ein neues Parking gebaut werde.

Dieses ist erneuerungsbedürftig und die Messe prüft nun, ob es renoviert oder neu gebaut werden soll. Aber eben, sie hat Angst vor Einsprachen der Grünen und ihrer Verkehrsverbände. Anita Lachenmeier, Co-Präsidentin des VCS findet ist darob nicht gerade erfreut, es sei bloss ein Ablenkungsmanöver der Messe: «Die Messe sucht jetzt im VCS einfach einen Bösewicht, um davon abzulenken, dass sich der Bau von Parkplätzen nicht lohnt», gibt sie sich überzeugt. Es habe genug Parkplätze im Kleinbasel, darum stehe das Parkhaus meist leer.

Angst vor mehr Parkplätzen

Die grüne Politikerin befürchtet, das Parkhaus würde vor allem für anderes genutzt, als für Messen: «Die Messe kann sich das Parkhaus gar nicht leisten, es ist nur während der grossen Messen ausgebucht, sonst versuchen sie, es mit Anwohnerkarten zu amortisieren.»

Dem widerspricht Jenny entschieden, «Das was wir jetzt haben ist das absolute Minimum. Ohne die zugemieteten Aussenparkplätze ginge es gar nicht.» Bei ihren grossen Veranstaltungen mietet die Messe nämlich jeweils 2000 Parkplätze am EuroAirport und in Weil.

Dazu kommen zwei Decks des Parkings Badischer Bahnhof. Nur so sei der Ansturm zu bewältigen, denn: «Die Idealvorstellung wären 5000 Parkplätze, aber das ist so unrealistisch, dass wir gar nicht darüber zu reden brauchen», so Jenny.

Zwang zum öV nicht realistisch

Den Vorschlag von Anita Lachenmeier, Aussteller und Kunden sollten vermehrt den öffentlichen Verkehr nutzen, hält er für nicht umsetzbar. Klarere Worte findet hier Dominik Banny, Leiter des Bereichs Politik beim Gewerbeverband: «Ich finde es etwas weltfremd, wenn man erwartet, dass die Aussteller mit dem öV anreisen.»

Und er fügt an, es könne nicht sein, «dass ein architektonisch wenig ansprechender 70er Jahre Bau stehen bleibt, nur weil die Messe Angst haben muss, dass sie kein neues Parkhaus bauen darf, wenn sie das alte abreisst».

Kritik am politischen Vorgehen

Anita Lachenmeier, die zu den Gegnerinnen des Messe-Neubaus gehörte, ist vor allem auch verärgert über die Vorgehensweise der Messe. «Wir haben nicht über das Parkhaus diskutieren können, da es nicht im Projekt drin war.» Dass das einen Unterschied in der Volksabstimmung gemacht hätte, wagt aber keiner der Neubau-Gegner zu behaupten.

Basta-Grossrat Urs Müller, ein Befürworter des Messe-Neubaus sieht keinen politischen Winkelzug darin, dass das Parkhaus jetzt zum Thema wird. «Wir haben das im Rahmen des Grossprojekts angeschaut und es wäre mit der Finanzierung schwierig geworden».

Ein Neubau des Parkings würde rund 90 Millionen Franken kosten, ein Betrag, den das gekürzte Budget für den Hallenneubau nicht verkraftet hätte. Aber Müller unterstützt seine Fraktionskollegin Lachenmeier in der Frage der Nutzung der Parkplätze: Es dürfe nicht sein, dass die Messe ein Parking für die Quartierbevölkerung hinbaue.

Aktuelle Nachrichten