Massentests im Baselbiet
Der Kanton lenkt ein: Auch junge Kinder können zu Hause testen

Anfang März hiess es noch, dass die Tests in Kindergärten und Primarschulen in der Schule stattfinden sollen. Nach der Pilotphase ist der Prozess angepasst worden: Nun dürfen alle zu Hause ins Röhrchen spucken.

Kelly Spielmann
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Binninger Primarschüler werden nach den Osterferien zu Hause ins Röhrchen spucken.

Binninger Primarschüler werden nach den Osterferien zu Hause ins Röhrchen spucken.

Symbolbild: Eveline Beerkircher

«Nicht alle Schülerinnen und Schüler testen in der Schule. Dies ist alters- und entwicklungsabhängig. Im Kindergarten und auch in den tieferen Primarstufen wird der Test in der Schule gemacht. Sicherlich können Kinder ab der Oberstufe den Test alleine durchführen.» So lautete die Aussage des kantonalen Krisenstabs noch vor drei Wochen, als das breite Massentesten an Baselbieter Schulen begann.

Doch die Umsetzung sieht anders aus, denn die Entscheidung darüber, ob Schülerinnen und Schüler zu Hause oder in der Schule getestet werden, liegt letztlich bei den Schulleitungen. So müssen Muttenzer Primarschülerinnen und -schüler seit Testbeginn zu Hause ins Röhrchen spucken und die Proben mit zur Schule bringen. Ebenso funktioniert es seit Testbeginn bei den Binninger Kindergartenschülern. Nach den Osterferien müssen das nun auch die Binninger Primarschüler tun. «Dieses Vorgehen wird in den Kindergärten von Binningen bereits praktiziert und hat sich bewährt», heisst es in einem Elternbrief. Erfolgt bei den Schulen demnach ein Wechsel der Teststrategie?

Richtungswechsel beim Testen

Andrea Bürki vom Informationsdienst des Krisenstabs sagt zwar, es sei nach wie vor korrekt, dass der Entscheid darüber, wo der Test durchgeführt wird, alters- und entwicklungsabhängig sei. «Aufgrund der Erfahrungen in der Pilotphase und auf Basis der Rückmeldungen der Schulen wurde dieser Prozess entsprechend angepasst», ergänzt sie. Die Schulleitungen aller Stufen könnten entscheiden, ob der Test in der Schule oder zu Hause gemacht wird.

Ein Regelbruch ist der Binninger Entscheid also nicht – und kein Grund, Angst vor verfälschten Resultaten zu haben. «Die Schulleitungen kennen die Elternschaft am besten und können die Situation vor Ort einschätzen», sagt Bürki. Und sie relativiert die Aussage, wonach im Kindergarten und den ersten Primarstufen der Test in den Schulen durchgeführt werden soll: Es habe sich gezeigt, dass es beispielsweise bei Kindern im Kindergarten teilweise einfacher sein könne, diesen zu Hause mit den Eltern zu machen. «Wichtig ist, dass die Tests unter Aufsicht von Erwachsenen erfolgen.» Denn diese müssen sicherstellen, dass eine Stunde vor dem Testen nicht gegessen, getrunken oder die Zähne geputzt wurden.

Mitteilung an Eltern nur noch bei positiven Pools

In Binningen haben Eltern im Brief eine exakte Anleitung erhalten, wie ihre Kinder ins Teströhrchen spucken müssen. Neben der Änderung, dass die Tests nicht mehr in der Schule stattfinden, gibt es eine weitere Neuerung: Die Eltern bekommen das Resultat nicht mehr wöchentlich mitgeteilt. «Ab 13. April werden neu nur noch positive Pool-Ergebnisse mitgeteilt», heisst es im Brief. Also nur wenn ein Kind positiv getestet wird, werden die Eltern der entsprechenden Klasse informiert. Denn: Bisher wurde bei den Massentests in Binningen nur bei einer einzigen Person eine Infektion entdeckt.

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