«My Sohn, nimm Platz!»
Margrit Läubli erfüllt sich mit Hommage an Cés Keiser einen Herzenswunsch

Zusammen mit César Keiser stand sie über Jahrzehnte auf den Bühnen so ziemlich aller Schweizer Theater. Nun hat sich Margrit Läubli einen Wunsch erfüllt: eine Hommage an das Schaffen ihres Mannes.

David Sieber
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Unvergesslich: Läubli und Keiser.

Unvergesslich: Läubli und Keiser.

Keystone

90 ist sie geworden. Vor wenigen Tagen, am 3. April. Doch Margrit Läubli, Balletttänzerin, Model, Schauspielerin und Kabarettistin, steht noch immer auf den Brettern, die ihre Welt bedeuten. Seit dem Tod von César Keiser eben alleine. Elf Jahre ist es schon her, seit sie ihren Mann und kongenialen Bühnenpartner verloren hat. Obwohl neu liiert, ist Cés ständiger Begleiter. Ihm zu Ehren, dessen Kabarettnummern zur Schweizer Volkskultur gehören und zum Teil von zeitloser Aktualität sind, hat sie ein Projekt angestossen, das nun auch in Basel zu sehen ist.

Ausverkauft in Zürich

«My Sohn, nimm Platz!» ist eine Hommage an das «Traumpaar des Schweizer Kabaretts», wie der «Tagesanzeiger» kürzlich schrieb. Im Theater am Hechtplatz, dort, wo Keiser/Läubli ihre «Opus» genannten Programme jeweils aus der Taufe hoben, feierte das Stück im Januar Premiere. Fünfmal wurde es aufgeführt, fünfmal war es ausverkauft.

Jetzt kommt es nach Basel, in die Heimat von Cés Keiser, der sich Läubli bis heute «seelisch verbunden» fühlt. Im Fauteuil ist am 16. und 30. April zu sehen, was Regisseur und Schauspieler Rolf Sommer mit den weiteren Ensemble-Mitgliedern Anikó Donáth, Charlotte Heinimann und Roland Herrmann auf die Bühne bringen.

Gemäss Läubli steckt sehr viel Cés in der Umsetzung. Das Sprechtempo sei so hoch wie bei ihrem verstorbenen Partner. Die Auswahl der Nummern, darunter natürlich «Do isch Kuenz in Bünze», hat sie zusammen mit Sommer besorgt. Mit dem Ergebnis ist sie sehr zufrieden. «Es macht mich glücklich, dass nun auch eine jüngere Generation diese Texte entdecken kann.»
Sie selbst steht nicht auf der Bühne. Jedenfalls nicht auf dieser. Ansonsten aber schon. Sie sucht nicht aktiv nach Engagements, prüft aber alle Anfragen, die per Mail bei ihr eintreffen.

Derzeit sind es drei. Ihr Programm heisst «Mein Leben – ein Cabaret» und ist Programm. In der ihr eigenen «Spitzmeitli»-haften Art erzählt sie darin aus ihrem bewegten Leben. Aber dem Alter entsprechend langsamer, als sie und Cés es früher taten. Auch dem Publikum zuliebe, wie sie erzählt.

Am Sonntag bei «Aeschbacher»

Läublis Tage sind aber weiterhin gut belegt. «Mein Leben ist so voll», sagt sie, und es tönt nicht nach Klage, eher nach Stolz. Am Mittwoch, zum Beispiel, findet die Aufnahme für die neueste Folge «Aeschbacher» statt, die dann am Sonntag ausgestrahlt wird und bei der sie zu Gast ist. Vielleicht wird ihr auch dort die Frage nach dem Höhepunkt ihrer Karriere gestellt, deren Antwort wirklich herzerwärmend ist: «Es war, als ich während unseres Programms ‹Opus 10› von 1981 seitlich der Bühne stand und beobachtete, wie Cés ‹s’Schlägerli› sang.» Ein Liebeslied an sie sei das gewesen. So manches Mal habe sie eine Träne verdrücken müssen.

Typisch Läubli: Dass ihr Mann, mit dem sie seit 1956 verheiratet war, auch nach 25 Ehejahren ein Lied für sie sang, bedeutet ihr selbst in der Erinnerung mehr als die eigenen Erfolge, den eigenen Beitrag an das erfolgreichste Kabarettpaar der Schweiz. Auch die Produktion, die jetzt nach Basel kommt, sieht Läubli eher als eine Hommage an Cés als an sie. Aber dabei sein möchte sie schon, wenn tout Bâle in Erinnerungen schwelgt. Sie rufe nun gleich Rassers an.

«My Sohn, nimm Platz», 16. und 30. April, 20 Uhr, Fauteuil, Basel.

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