Cortège
«Luzerner Fasnacht viel besser gefilmt»: SRF wehrt sich gegen Zuschauer-Beschwerde

Ein Zuschauer beschwerte sich über die SRF-Aufnahmen des Cortège. Im Schlussbericht der Ombudsstelle veröffentlicht der Sender eine Stellungnahme, die es in sich hat.

Olivia Meier
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So nah wäre die Zuschauerin gerne dabei gewesen: Der diesjährige Cortège am Mittwoch.

So nah wäre die Zuschauerin gerne dabei gewesen: Der diesjährige Cortège am Mittwoch.

Kenneth Nars

«Die Einstellung auf die Brücke ist sehr schlecht, da der Umzug gegenläufig ist, als Zuschauer sieht man nicht wo der Umzug anfängt und zu Ende ist.» Es seien keine Einzelheiten des Cortège erkennbar. Die Übertragung der Luzerner Fasnacht sei viel besser und man würde auch viel mehr Details des Umzuges erkennen. Als diese Beschwerde beim SRF einging, müssen sich die Mitarbeitenden der Ombudsstelle gedacht haben: Nicht mit uns! Sie gaben mit einer zweiteiligen Stellungnahme, die am 2. März veröffentlicht wurde, zurück.

Zunächst schreibt ein Mitarbeiter der zuständigen Redaktion: «Der Cortège der Basler Fasnacht ist insofern ein Spezialfall, da er auf der Mittleren Brücke gleichzeitig auf zwei Spuren in zwei verschiedene Richtungen läuft.» Zudem sei eine vorausschauende Produktion erschwert, da die Reihenfolge der Sujets am Cortège nicht geregelt ist.

Im zweiten Teil, der mehrere Seiten lang ist, verfasst ein Mitarbeiter der Ombudsstelle ein detailliertes Essay über die Basler Fasnacht, ihre Regeln und die Aufnahmen: «Es ist verdienstvoll, dass das Fernsehen SRF jeweils viele Teile der Basler Fasnacht direkt überträgt und damit Eindrücke vom Brauchtum, der Kultur, der Fantasie und dem Witz der Stadt am Rheinknie vermittelt.» Darauf folgt eine Auseinandersetzung mit dem Aufbau der Fasnacht. So werden die vier Regeln am Morgestraich aufgeführt und es wird von Pausen mit Mehlsuppe, Zwiebelwähe und Weisswein geschrieben.

Dann weiter zum Cortège, «bei dem nur drei Regeln bestehen»: Keine festgelegte Route, das Passieren der «Checkpoints des Fasnachtscomités» und festgelegte Sujet. Das SRF habe sich extra an einem Ort aufgestellt, wo die «Gruppen» in beide Richtungen gehen. «Wenn das Fernsehen einen Standort wählt, wo sich der Cortège nur in einer Richtung bewegt, beispielsweise in der Freien Straße, dann besteht die Gefahr, dass manchmal der Cortège stockt und man wegen des Staus lange Zeit immer nur die gleiche Gruppe sieht, oder dass große Löcher, Lücken entstehen, während denen nichts kommt.»

Die Ausführung schliesst der Mitarbeiter mit: «Es wäre wünschenswert, mit der Kamera immer nahe an den Gruppen zu sein, aber ist nicht ohne weiteres möglich. Da solche Entscheidungen ohnehin in der Programmautonomie der Radaktion liegen, kann ich Ihre Beanstandung leider nicht unterstützen.»

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