Geburtstagsfeier
«Long live the Queen!» Auch die Basler mögens britisch

Bärenfellmützen und roten Waffenröcken: Jedes Jahr, am zweiten Samstag im Juni, feiert Grossbritannien den Geburtstag seiner Queen. Ein Basler Verein bringt die britische Tradition in die Schweiz und entzückt die Herzen der Royal-Fans.

Delphine Conzelmann
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Die Basler Parade würde der Queen sicherlich auch gut gefallen.

Die Basler Parade würde der Queen sicherlich auch gut gefallen.

key / zvg

Ein Meer von Bärenfellmützen und roten Waffenröcken ziert den Horse Guards Parade in London, und die königliche Garde demonstriert wieder einmal ihre absolute Präzision: Jedes Jahr, am zweiten Samstag im Juni, feiert Grossbritannien den Geburtstag seiner Queen. «Trooping the Colour» wird dieses Spektakel genannt. Zum 62. Mal nimmt die amtierende Queen Elisabeth II. am kommenden 14. Juni die Flaggen-Parade ihrer Garde-Truppen ab.

Aber nicht nur in London versammeln sich Schaulustige und Royal-Fans, um diesem Ereignis beizuwohnen. Zum dritten Mal findet dieses Jahr auch eine «Trooping the colour»-Prozession in Basel statt.

Dass die britische Königsfamilie nicht nur in England beliebt ist, ist kein Geheimnis: Seit der Hochzeit von William und Kate hat der Royal-Hype einen neuen Höhepunkte erreicht. Doch Babyfotos und Skandalgeschichten gehen schon seit Jahrzehnten regelmässig durch die Klatschpresse. Der Verein «British Friendship Basel» nimmt die Angelegenheit jedoch ernster. Offiziell gibt es den Verein erst seit letztem Jahr. Der Gründer, Roland Keller, hat aber bereits seit zehn Jahren im privaten Rahmen Zeremonien und Live-Übertragungen organisiert. Für ihn hängt die Faszination «Grossbritannien» eindeutig an der Person Queen Elisabeth II. «Kein Manager, kein Politiker ist heute noch so integer und verbindlich wie die Queen», meint Keller, und kommt dabei gar nicht mehr aus dem Staunen heraus.

So steht das «Trooping the colour», die Geburtstagsfeier der Monarchin, für Keller auch im Zentrum der Vereinsaktivitäten. Daneben werden natürlich auch der St. Andrews-Day und weitere britische Feiertage traditionell zelebriert. Demnächst seien auch Lesungen und Vorträge geplant. Keller hat für die Zukunft der England-Freunde grosse Pläne: «Wir haben definitiv vor, unsere Projekte jährlich grösser und offizieller anzulegen.»

Basel, «Little Britain»

Einem weiteren Vorstandsmitglied, Felix Rudolf von Rohr, schwebt sogar ein Projekt mit der Stadt vor: «Vielleicht wäre Stadtgärtner Emanuel Trueb ja einmal bereit, mit uns die englische Garten-Kultur nach Basel zu bringen.» Am Interesse der Bevölkerung, so meint er, scheint es sicherlich nicht zu mangeln. So waren bei der Royal Wedding Party in der Basler Messe über 300 Gäste anwesend. «Alles, was britisch klingt, kommt in Basel gut an» – davon ist Felix Rudolf von Rohr überzeugt.

Dass gerade in Basel die Affinität für alles Britische so ausgeprägt ist, erklärt er sich mit dem Basler Naturell: «Der Humor, der trockene Witz, die Bescheidenheit – der Basler ist näher an der britischen als an der Schweizer Wesensart.»

Dresscode möglichst englisch, bitte

Besonders auf die Basler Fasnächtler scheinen englische Traditionen eine grosse Faszination auszuüben: Ob das an der Liebe zu Uniformen, zum Trommeln oder am Sinn für Tradition im Allgemeinen liegt, das wissen sie selbst nicht so genau. Zumindest ist neben Felix Rudolf von Rohr – dem ehemaligen Obmann des Fasnachts-Comités – auch eine weitere Fasnachtsgrösse Mitglied im Verein: Thierry Juillard, Star-Pfeifer und Vater des «Basel Tattoo»-Produzenten Erik Juillard. Dass das Tattoo seine Wurzeln in Schottland hat, und die Schotten bekanntermassen auf die Engländer nicht so gut zu sprechen sind, das stört hier niemanden: Hauptsache Grossbritannien!

So wird denn auch die Basel Tattoo-Garde in ihren Uniformen, die «Trooping the colour»-Prozession am 14. Juni begleiten. Noch eindrücklicher allerdings werden die originalen Uniformen der Fahneneskorte sein: Diese gibt es dieses Jahr inklusive Bärenfellmützen.

Die Parade beginnt um 11 Uhr «in front of the Cathedral of Basel» – also vor dem Basler Münster. Die Prozession führt über die Gerbergasse, den Barfüsserplatz, zurück zum Münsterplatz. Musikalisch begleitet wird die Prozession dabei von den Tambouren der Revoluzzer und den «Pipes&Drums of Basel». Im Bischofshof findet anschliessend für geladene Gäste eine Live-Übertragung des Events aus London statt.

Dazu wird – wie könnte es auch anders sein – ein typisch englischer Lunch serviert: Roastbeef und Black Pudding. Und wer die Basler mit Fernweh bis dahin verpasst hat, kann sich um 15.30 Uhr noch auf eine Schlusszeremonie vor dem Münster freuen. Aber bitte dem Dresscode entsprechend: «Möglichst britisch. Uniform. Damen werden gebeten, Hut zu tragen.»

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