Geschenke
Ladenbesitzer spendet Schuhe für Obdachlose

Niemand soll mit kalten Füssen durch den Winter, fand Schuhladen-Inhaber Lukas Huber – und handelte.

Benjamin Wieland
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«Bedürftigen ein paar warme Stunden bescheren»: Lukas Huber und Silvia Zürcher übergeben ihre Gaben Christoph Zeiser (r.) vom Tagesheim für Obdachlose. Junkov

«Bedürftigen ein paar warme Stunden bescheren»: Lukas Huber und Silvia Zürcher übergeben ihre Gaben Christoph Zeiser (r.) vom Tagesheim für Obdachlose. Junkov

Juri Junkov

«Viele Männer tragen ihre Schuhe, bis von der Sohle nichts mehr übrig ist.» Wenn einer wie Lukas Huber das sagt, muss es wohl so sein. Denn Huber ist Inhaber der Huber Schuh AG mit Läden in Muttenz und Arlesheim.

Das Zu-Tode-Latschen der Schuhe schont zwar das Portemonnaie der Besitzer. Für andere ist es aber ein Problem. «Es gibt sehr viele randständige Männer», erzählt Huber, «die entweder gar keine oder nur schlechte Schuhe besitzen, denn es werden nur sehr wenige noch tragbare Exemplare gespendet.»

Nun bestreiten zumindest zwanzig solche Bedürftige ihren harten Alltag in warmem, neuem Schuhwerk. Und in gutem dazu: Huber Schuh hat gestern dem Tagesheim für Obdachlose an der Basler Wallstrasse zwanzig Paar neue Winterschuhe übergeben, aus Schweizer Produktion.

«Das ist doch kein Zustand»

Auf die Idee für diese Spende gekommen ist Huber wegen Silvia Zürcher, einer Kundin. Sie leistet immer wieder Freiwilligeneinsätze im Tagesheim. Kürzlich erzählte sie dem Geschäftsinhaber, dass etliche Besucher nur löchrige Schuhe besässen, manche nur Halb- oder Sommerschuhe. Einige auch gar keine mehr.

Mit kalten Füssen durch den Winter – das ist doch kein Zustand, sagte sich Huber. Er fragte bei der Fretz Men AG in Fahrwangen nach, ob es dort noch Restposten gebe. Fretz Men, einer der letzten Schweizer Herrenschuh-Produzenten, schickte gleich zwanzig Paar.

Huber liess es sich nicht nehmen, die Spende selber an die Wallstrasse zu bringen. Im Tagesheim, betrieben von der Stiftung Sucht, gehen täglich rund 100 Obdachlose ein und aus. Sie können sich aufwärmen, Wäsche waschen, essen. Sogar ein Billardtisch steht bereit. Mit der Aktion wolle er den Randständigen das Weihnachtsfest ein wenig versüssen, sagt Huber. «Und ihnen ein paar warme Stunden bescheren – zumindest von den Füssen her.»

An Damenschuhen mangelt es laut Huber selten. Das habe einen einfachen Grund: «Frauen entrümpeln ihren Schuhschrank öfter als Männer und geben die noch brauchbaren Schuhe weiter.» Wenn er das sagt, dann muss es wohl stimmen.

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