Coronavirus

Die Kunstmesse Art Basel ist vom Juni auf September geschoben

An der Art Basel kommen immer viele Menschen zusammen. Deshalb wird der diesjährige Anlass verschoben. (zvg)

An der Art Basel kommen immer viele Menschen zusammen. Deshalb wird der diesjährige Anlass verschoben. (zvg)

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die diesjährigen Ausgaben der Kunstmesse Art Basel von Mitte Juni auf September verschoben. Dieser Beschluss sei in engem Austausch mit Galeristen, Sammlern und externen Experten getroffen worden, teilte die Messeleitung am Donnerstag mit.

Die eigentliche Frage war schon seit Wochen nicht mehr, ob die Art Basel im Juni stattfinden wird. Sie lautete lediglich, ob die Basler Kunstmesse in diesem Jahr ganz ausfällt, oder ob sie auf später im Jahr verschoben werden kann. Art-Direktor Marc Spiegel äusserte in den vergangenen Tagen in Interviews mehrfach seinen Wunsch, die Weltkunstmesse im Herbst in Basel steigen zu lassen. Nun haben intensive Gespräche gestern zu einem positiven Entscheid geführt: Die Art Basel ist neu auf 17. bis 20. September in gewohntem Rahmen mit Beimessen und Vernissagen terminiert.

Nachdem die Art Basel schon ihre Ausgabe in Hongkong nur im virtuellen Raum hat stattfinden lassen können, darf sie sich nun immerhin in Basel zeigen. Dies schont nicht nur die Kasse des ohnehin gebeutelten Messekonzerns, sondern ist vor allem wichtig, um im Kunstmarkt ihre dominierende Bedeutung erhalten zu können.

Der Mutterkonzern MCH Group rechnet, dass die Coronakrise dem Unternehmen nach verschiedenen Absagen insgesamt Umsatzeinbussen von 130 bis 170 Millionen Franken bescheren wird, was rund einem Drittel entspricht. Mit der gestrigen Präsentation des Jahresabschlusses 2019 betont sie jedoch, dass «die Stabilität trotz dieser negativen Auswirkungen nicht gefährdet» sei. Die Eigenkapitalbasis auf Gruppenebene beträgt zwar lediglich noch zehn Prozent. Die Eigenkapitalausstattung der Holdinggesellschaft weist gemäss Geschäftsbericht jedoch genügend Reserven aus, «um den Fortbestand der Gruppe über das Jahr 2020 hinaus zu gewährleisten».

Nach einem Verlust in dreistelliger Millionenhöhe im Jahr 2018 hat die MCH Group das vergangene Jahr immerhin mit einer roten Null abgeschlossen. Doch auch ohne die Coronakrise wäre der international tätige Messekonzern gezwungen, sich neues Kapital zu verschaffen. Angestrebt ist weiterhin, einen Investor auf Holdingebene zu gewinnen, was die Stellung der beteiligten Kantone schwächen wird. Scheitert dieses Vorhaben, wird sich die MCH Group gezwungen sehen, ihr Tafelsilber zu verhökern.

Autor

Christian Mensch

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