Basel
Kunsteisbahnen: Immer mehr Prinzessinnen gleiten übers Eis

Die Basler Kunsteisbahnen feiern Hochsaison. In Basel laden gleich vier Eisflächen zum Schlittschuhlaufen ein. Das Sportamt findet: Mehr dürfen es nicht werden.

Muriel Mercier
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Auf der Kunsteisbahn Margarethen vergnügen sich die Schlittschuhläufer seit eh und je. Archiv/Juri Junkov

Auf der Kunsteisbahn Margarethen vergnügen sich die Schlittschuhläufer seit eh und je. Archiv/Juri Junkov

Juri Junkov

Seit die Temperaturen vor einigen Tagen in den Null-Grad-Bereich gefallen sind, tauschen die Baslerinnen und Basler ihren Badeanzug in Schlittschuhe um, ziehen sich warm an und drehen auf dem Eis ihre Runden. Möglichkeiten, dem Freizeitspass nachzugehen, gibt es in der Stadt immer mehr: Neben den bewährten beiden Kunschtis Margarethen und Eglisee können die Schlittschuhbegeisterten seit ein paar Tagen ihre Pirouetten auch auf der Eisfläche im Innenhof des Kunstmuseums sowie in der Märchenlandschaft des Winterzaubers auf dem Messeplatz drehen.

Die vier Eisbahnen konkurrenzieren sich untereinander noch nicht, meint Oliver Schwarz vom Basler Sportamt. «Aber wenn die Anzahl steigt und man in der Stadt öfter auch gratis Schlittschuhfahren kann, könnte diese Entwicklung zum Problem für die grossen Kunschtis werden.» Vor allem, weil es ab nächstem Winter auf dem Münsterplatz eine weitere Eisbahn geben soll – geführt von einem privaten Betreiber und integriert in den Weihnachtsmarkt.

Sabine Horvath, Leiterin des Basler Standortmarketings, nimmt aber sofort Wind aus den Segeln. «Sollte die Eisfläche auf dem Münsterplatz bewilligt werden, fällt diese beim Kunstmuseum weg. Es wird also kein Überangebot an Eisflächen in der Stadt geben.» Dies nach Absprache mit dem Managing Director des Kunstmuseums, Fausto de Lorenzo.

Dieser bestätigt: «In diesem Fall würden wir ein anderes Projekt planen.» Mit dem Stadtmusik Festival im August, das dieses Jahr zum ersten Mal stattfand, konnte das Kunstmuseum einen grossen Erfolg feiern. «Sowohl das Festival als auch die Kunsteisbahn wirken als Anziehungskraft für das Museum», betont de Lorenzo. «Im Sommer hatten wir rund 25 Prozent mehr Besucher.» Ob die Eisbahn auf dem Münsterplatz bewilligt wird, ist noch unklar. Das Projekt wird in einem nächsten Schritt publiziert.

Eisbahn für Winterzauber ein Muss

Dass in Basel neben den Kunsteisbahnen Margarethen und Eglisee noch zwei weitere Kunschtis angeboten werden, stört Sabine Horvath nicht. «Je eine Eisbahn im Gross- und im Kleinbasel ist gerechtfertigt.» Die Distanz dazwischen sei gross genug. Und schliesslich sei aufgrund der Bauarbeiten auf dem Messeplatz im Jahr 2011 noch nicht klar, ob die Eislandschaft am Winterzauber wieder realisiert werden könne.

Für die Winterzauber-Organisatoren ist die Eisbahn ein Muss. «Damit die Weihnachtsatmosphäre wirkt, müssen alle Sinne bedient werden. Das Geräusch von Kufen auf dem Eis gehört definitiv dazu», erklärt Projektleiter Martin Siegrist. Zudem gebe es eine vergleichbare Eisbahn sonst nirgends. «Die Fahrt durch die Winterlandschaft ist kurz, aber schmuck.» Ein Teil der Eisprinzessinnen und -prinzen begeben sich spontan aufs Eis, andere kämen gezielt fürs Schlittschuhlaufen auf den Winterzauber, führt Siegrist aus.

Das Publikum auf den grossen Eisbahnen der Kunschti Margarethen und Eglisee ist denn doch ein anderes, als dieses auf dem Winterzauber oder im Kunstmuseum, weiss auch Oliver Schwarz vom Sportamt. Darin erkennt er gar einen Vorteil: «An die kleinen Eisbahnen in der Stadt laufen viele Leute spontan heran. Wenn ihnen das Schlittschuhlaufen gefällt, gewinnen die grossen Eisbahnen neues Publikum.»