Passkontrolle

Kürzere Wartezeiten nach der Landung: Am Euro-Airport wird nicht mehr jeder kontrolliert

Die Schlangen vor der Passkontrolle am Euro-Airport sollten kürzer werden. Die französischen Behörden lockern die Kontrollen.

Neben dem Lärm gibt es ein weiteres Thema, das den Leuten unter den Nägeln brennt: Die Infrastruktur hält mit der Entwicklung nicht mit. Man muss ewig an der Passkontrolle anstehen, auf das Gepäck sehr lange warten und jetzt darf man nicht mehr vor das Terminal fahren, um jemanden zum Flughafen zu bringen.

Raymond Cron: Völlig klar, das ist ein Thema und wir arbeiten an ständigen Verbesserungen. Ich muss vorher aber zwei Sachen sagen: Wir sind und bleiben ein Low-Cost-Airport. Man kann Basel-Mulhouse nicht mit Zürich vergleichen. Ausserdem liegt der heutige Terminal über den Kapazitätsgrenzen. Er wurde für fünf oder sechs Millionen Passagiere entworfen.

Heute operieren wird bei acht Millionen. Das führt zu den Problemen, die Sie zu Recht geschildert haben. Zusätzlich haben wir ein spezifisches Problem mit den Grenzkontrollen, das zum Haareausraufen ist. Das hängt damit zusammen, dass wir in Frankreich immer noch den Ausnahmezustand haben, der seit November 2015 gilt. Damit hat man Schengen aufgehoben: Das heisst, die Franzosen verlangen, dass jeder ankommende Passagier kontrolliert wird. Ausserdem sind im Frühling französische Grenzpolizisten abgezogen worden, die im Sommer gefehlt haben.

Tut sich bei dieser Fülle von Problemen immer noch nichts?

Doch. Man muss dem Préfet ein Kränzlein winden: Seit Kurzem gibt es zusätzlich 22 Grenzpolizisten in Basel, die den Abgang vom Frühling kompensieren. Ausserdem haben die Franzosen jetzt entschieden, dass nicht mehr jeder ankommende Passagier kontrolliert werden muss. Sie machen das risikobasiert, also je nach Herkunft des Flugs. Das hilft.

Und wie sieht es bei den anderen Baustellen aus?

Wir sind dabei, bei der Gepäckausgabe zu investieren, um die Situation zu verbessern. Es stimmt: Im Moment haben wir ein Qualitätsproblem, bei dem wir allerdings nicht alles selber im Griff haben.

Wenn die Infrastruktur an der Grenze ist, schreit das nach einem Ausbau des Terminals.

Wir machen uns derzeit Gedanken, wie wir dessen Kapazität modulartig ausbauen können und suchen dafür einen Generalplaner.

Sind etwa die Ausbaupläne der Grund für die Ausweitung der Nachtflugsperren, sozusagen das Tauschgeschäft?

Nein. Es geht wirklich darum, den schmalen Grat zwischen dem Schutzbedürfnis der Bevölkerung und der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Flughafens zu finden. Natürlich brauchen wir dann letztendlich den politischen Support für den Ausbau. Wir machen ihn nicht für den Flughafen, sondern um das wachsende Passagiervolumen zu bewältigen, damit man nicht so lange auf sein Gepäck oder bei der Security warten muss.

Und wann kommt die zusätzliche Startbahn?

Wir haben ein Terminalkapazitäts-Problem und kein Pisten-Problem. Genf ist viel grösser als Basel und hat auch nur eine Piste. Die Piste hat noch lange genug Kapazität, es klemmt am Terminal.

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