Schweizer Cup
Krampf und Abgeklärtheit: Basel gewinnt Cup-Fight gegen Wohlen

Es war eine schwierige Partie, welche die Basler zu meistern hatten. Wohlen spielte stark und verlangte dem FCB alles ab. Am Schluss setzte sich jedoch die Klasse und somit der FC Basel verdient mit 3:1 durch und steht somit in den Viertelfinals.

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Cup FC Wohlen - FC Basel
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Wohlens Marijan Urtic (links) im Duell mit Luca Zuffi.
Simone Rapp im Luftkampf gegen Fabian Frei.
Schiiedsrichter Adrien Jaccottet muss zu Besonnenheit mahnen.
Spektakuläre Flugeinlage von Fabian Frei (rechts). Vorne Simon Grether.
FCB-Trainer Paulo Sousa im Zwiegespräch mit Ciriaco Sforza.
Zuffi gratuliert Kakitani zu dessen spektakulärem 1:0.
Paulo Sousa erklärt Ciriaco Sforza die Fussballwelt.
Mergim Brahimi verwandelt einen Foul-Penalty, den Taulant Xhaka zu Verantworten hat, zum 1:1.
Giovanni Sio und Mario Bühler
Fabian Frei läuft Joel Geissmann davon.

Cup FC Wohlen - FC Basel

Keystone

Die Fallhöhe war enorm. Doch der FC Basel hat dank einer konzentrierten, in der zweiten Halbzeit gar sehr souveränen Leistung die Cuphürde Wohlen gemeistert und steht zum neunten Mal in Serie im Viertelfinal. «Wir haben die schwierigen Bedingungen angenommen und einen seriösen Job gemacht. Ich bin sehr zufrieden», sagte Trainer Paulo Sousa nach dem Schlusspfiff.

Dem Portugiesen war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Nach den enttäuschenden Resultaten gegen Sion und vor einer Woche in Bulgarien lastete auf Sousas Schultern ein zentnerschwerer Druck. Ein Ausscheiden gegen das unterklassige Wohlen – es hätte in der Schweizer Fussballhauptstadt ein Erdbeben ausgelöst.

Sousa rotiert munter weiter

Ungeachtet der brenzligen Situation beharrte Sousa auch in Wohlen auf seinem Rotationsprinzip und veränderte die Startelf aus dem Sion-Spiel auf sieben Positionen. So erhielten seit langem Giovanni Sio und Yoichiro Kakitani wieder einmal eine Chance von Beginn an. Die Nomination des ivorisch-japanischen Duos sollte sich im Nachhinein als goldener Griff von Sousa herausstellen.

Doch bevor Sio und Kakitani zu Hauptdarstellern, mussten sie und ihre Teamkollegen unten durch. Es war das Heimteam, heiss gemacht von Trainer Ciriaco Sforza, welches ab der ersten Minute sein Heil in der Offensive suchte. Sieben Minuten waren gespielt, als die Journalisten bereits die vierte (!) Wohler Grosschance in ihre Notizbüchlein kritzelten – aber kein Tor.

Hauptsünder war der ehemalige Bundesliga-Profi (Köln) Kevin Pezzoni, der gleich drei Hochkaräter liegen liess. Die beste Möglichkeit, einen halbhohen Schuss in die nahe Ecke, parierte Germano Vailati mit einem grandiosen Reflex. Vier Chancen in sieben Minuten – Paulo Sousa wähnte sich im falschen Film und lehnte kopfschüttelnd an der Trainerbank.

Einzelspieler machen den Unterschied

Im Kollektiv funktionierte beim FCB in der ersten Halbzeit nicht viel – wie gut, kann man sich als Trainer in einer solchen Phase auf die individuelle Klasse seiner Spieler verlassen. Der öffnende Pass von Callà, die punktgenaue Flanke von Delgado und die spektakuläre Volley-Abnahme von Kakitani – und schon führte Rot-Blau mitten in der Wohler Sturm- und Drangphase mit 1:0.

Der psychologische Knockout für die Aargauer? Noch nicht. Im ersten Angriff nach dem Gegentor holte der flinke Ramizi gegen Taulant Xhaka einen Penalty heraus. Schiedsrichter Jaccottet, gestern ein sehr guter Spielleiter, zögerte kurz, die Entscheidung aber war vertretbar. Mergim Brahimi verwandelte souverän.

In der Folge ebbte die Partie vor dem emotionalen Publikum drastisch ab. Es brauchte noch einmal eine Glanztat von Vailati nach Pnishis Abschluss (37.), dann war die Luft beim Tabellenführer der Challenge League draussen.

Wer weiss, vielleicht wäre es in der zweiten Halbzeit nochmals spannend geworden. Im Fall, wenn es bis zum Pausenpfiff beim 1:1 geblieben wäre. Doch ein Traumpass von Kakitani auf Sio und dessen souveräner Abschluss sorgten in der 41. Minute für die Entscheidung.

Die Geschichte des zweiten Umgangs ist schnell erzählt: Basel hatte den Ball, Wohlen lief hinterher. Das 3:1 durch den eingewechselten Embolo war nur noch die verdiente Basler Zugabe.

Wohlen - Basel 1:3 (1:2)

Niedermatten. - 4100 Zuschauer (ausverkauft). - SR Jaccottet. - Tore: 11. Kakitani 0:1. 15. Brahimi (Foulpenalty) 1:1. 41. Sio 1:2. 91. Embolo 1:3.

Wohlen: Tahiraj; Urtic, Bühler, Pnishi, Stadelmann (91. Thaqi); Pezzoni; Brahimi (91. Exouzidis), Geissmann (60. Rapp), Grether, Ramizi; Buess.

Basel: Vailati; Callà, Xhaka (68. Elneny), Schär, Aliji; Diaz, Frei; Kakitani (74. Gonzalez), Delgado (82. Embolo), Zuffi; Sio.

Bemerkungen: Basel ohne Streller, Ivanov, Samuel (verletzt), Suchy (krank), Gashi, Serey Die, Ajeti (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 14. Xhaka (Foul). 92. Embolo (Unsportlichkeit).

Lesen Sie den Verlauf der Partie von Minute zu Minute in unserem Live-Ticker nach: