Das Basler Unispital ist schweizweit Vorbild in der Stammzellentransplantation. Nun spannt es mit anderen Schweizer Universitätsspitälern im Kampf gegen den Krebs zusammen. Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) will gemeinsam mit der Krebsforschung Schweiz (KFS) eine entsprechende Plattform gründen.

Ziel ist es, die Immuntherapie gezielt zu koordinieren. «Wir möchten, dass die einzelnen Schweizer Spitäler ihre Kompetenzen bei dieser komplexen Therapie voll einbringen können», erklärt Rolf Marti, Geschäftsführer der KFS. «Durch eine optimale Koordination unter den Spitälern könnte in der Schweiz noch viel verbessert werden.»

Ins Projekt eingebunden sind neben dem Basler Unispital auch die Spitäler in Lausanne, Bern und Zürich. Die KFS bestätigte das Projekt vergangenes Wochenende gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Das Unispital wird zur Konkurrentin der Novartis

In Basel steht die Klinik von Jakob Passweg im Fokus. Der Chefarzt für Hämatologie möchte sich vermehrt mit der Umwandlung von patienteneigenen Immunzellen befassen. Die aufgerüsteten Zellen werden den Patienten zur Bekämpfung des Tumors eingesetzt.

Die spitalinterne Entwicklung der Zellen wäre in Basel ein Novum, obwohl das Unispital die Novartis-Therapie mit dem Namen Kymriah bereits seit Mai anwenden kann. Allerdings werden die Zellen bisher von Novartis aufbereitet. Das soll sich nun ändern: «Wir wollen künftig gerne auch selbst entsprechende Immunzellen entwickeln», so Passweg.

Für welche Tumorarten diese eingesetzt werden sollen, ist noch nicht klar. Die Immunzellen, welche am Basler Unispital erzeugt werden sollen, sind unter anderem zur Behandlung von Lymphdrüsenkrebs zugelassen.

Zusammenarbeit soll Therapiekosten senken

Die verstärkte Zusammenarbeit der Spitäler soll nicht zuletzt auch die Kosten der Krebstherapie verringern. Bei einer verbesserten Koordination könnte die Therapie wohl deutlich günstiger angeboten werden, sagt Marti. Eine Prognose, die auch Chefarzt Passweg teilt. Krebsmedikamente kosteten schnell mal 90'000 Franken pro Jahr und Person. «Da kann sich eine einmalige Zelltransplantation bei einer Zeitspanne von fünf Jahren auch finanziell lohnen.»

Novartis bleibt damit gleichzeitig Partner und Konkurrent des Unispitals. Zu den Bestrebungen des Unispitals möchte sich der Konzern nicht äussern. Auf Anfrage schreibt Novartis-Sprecher Markus Jaggi, man habe die Artikel in der Wochenendpresse zur Kenntnis genommen. «Da wir die dort zitierten Pläne nicht aus erster Hand und im Detail kennen, möchten wir sie im Moment nicht kommentieren.»