Verkehr
Kommission will süsse Smileys statt fiese Blitzer

Heute Mittwoch entscheidet der Grosse Rat über den Kauf neuer Radaranlagen. Künftig soll nicht mehr jeder Blitz eine Busse nach sich ziehen.

David Egger
Drucken
Teilen
So ähnlich könnten die Anzeigen der geplanten Radar-Anlagen aussehen. Für gute Laune im Strassenverkehr.

So ähnlich könnten die Anzeigen der geplanten Radar-Anlagen aussehen. Für gute Laune im Strassenverkehr.

multanova.ch

Die Basler Radaranlagen sind extrem wirksam: Allein im Monat April haben sie 12 517 Verkehrsteilnehmer geblitzt. Das sind 417 pro Tag. Oder einfacher ausgedrückt: Durchschnittlich alle dreieinhalb Minuten wird in der Stadt Basel ein Verkehrsteilnehmer geblitzt. Für die Staatskasse ein gutes Geschäft: Jährlich fliessen ihr aus dem Betrieb der Radaranlagen 4,75 Millionen Franken Nettoeinnahmen zu.

Nun droht der Ausfall dieser Einnahmen: Die Radaranlagen sind laut Regierungsrat veraltet, anfallende Reparaturen können nicht mehr garantiert werden. Würden die Radaranlagen nicht ersetzt, sinken die Netto-Einnahmen innert weniger Jahre auf nur noch eine Million Franken – so die Schätzung des Regierungsrats. Er möchte nun 3,46 Millionen Franken in die Basler Blechpolizisten investieren.

Ältester Blitzkasten ist 14-jährig

Als erste Radaranlage würde wohl jene im Matthäus-Quartier ersetzt. Seit 2001 zeichnet dort der älteste Basler Blitzer auf, wenn an der Kreuzung von Feldberg- und Klybeckstrasse jemand das Rotlicht missachtet oder das Tempolimit überschreitet.

Diese Radaranlage ist eine von insgesamt 18 auf Kantonsgebiet. Zwei davon gehören dem Bund und kontrollieren die Fahrzeuge auf der A 2. Dem Kanton selber gehören 16 Geräte. Der Grossteil davon, nämlich elf, sind fixe Anlagen, also traditionelle Blechpolizisten.

Dazu kommen drei mobile Messgeräte in Fahrzeugen sowie ein Laserhandmessgerät und eine sogenannte semistationäre Anlage. Dieser halb-fixe Radar kann an mehreren dafür vorgesehenen Orten aufgestellt und dort direkt an den Strom angeschlossen werden. Der Regierungsrat will fünf zusätzliche dieser Anlagen kaufen, die 260 000 Franken kosten. Von den günstigeren fixen Anlagen – diese kosten rund 163 300 Franken – sollen nur sechs ersetzt werden. Die restlichen fünf fixen Blechpolizisten sollen als leere Gehäuse weiterhin Autofahrer vom Rasen abschrecken.

Die drei mobilen Messgeräte sollen ebenfalls ersetzt werden. 100 000 Franken kostet ein Stück davon. Das Laserhandmessgerät wird beibehalten.

Mit der verstärkten Konzentration auf halb-bewegliche Radaranlagen ändert die Kantonspolizei ihre Taktik. So können vermehrt Kontrollen in Quartieren stattfinden. Mit mobilen Messgeräten stellte die Polizei zudem fest, dass die Autofahrer auf den Streckenabschnitten nach den fixen Radaranlagen oft zu schnell fuhren, was eher gegen die fixen Radaranlagen spricht.

Die Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission des Grossen Rats ist mit dem Vorschlag des Regierungsrats einverstanden – bis auf einen Punkt: Sie will eine fixe Anlage weniger – also nur fünf – kaufen, was die Gesamtkosten auf 3,3 Millionen Franken senkt.

Mit dem gesparten Geld soll eine Radaranlage gekauft werden, die die Autofahrer nicht blitzt, aber ihre Geschwindigkeit anzeigt und korrektes Fahren mit einem gut gelaunten Smiley belohnt. Für zu schnell fahrende Verkehrsteilnehmer gibt es stattdessen ein böses Smiley. Das neue Radarkonzept mit den neuen Anlagen soll laut Regierungsrat bis 2018 umgesetzt werden.

Aktuelle Nachrichten