Kommentar
Neuer Wind im Basler Rathaus: Beat Jans setzt ein erstes Ausrufezeichen

Der neue Regierungspräsident setzt Massstäbe bei der Unterstützung von Kulturschaffenden – und kritisiert den Bund.

Patrick Marcolli
Patrick Marcolli
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Einer, der sich etwas (zu)traut: Der neue Basler RegierungspräsidentBeat Jans (SP)

Einer, der sich etwas (zu)traut: Der neue Basler Regierungspräsident
Beat Jans (SP)

Bild: Nicole Nars-Zimmer

Er gönnt sie sich nicht, die übliche Schonfrist von 100 Tagen: Der neue Basler Regierungspräsident Beat Jans (SP) legt fulminant los und führt bereits nach rund zwei Wochen im Amt eine Art Nothilfe-Modell für Basler Kulturschaffende ein. Mit deutlichen Worten äussert er in dieser Zeitung zudem Kritik an der Bundesbürokratie, deren Vorgaben er als komplex und schwerfällig geisselt.

Selbstverständlich muss sich dieses «Basler Modell» im Alltag erst noch als tauglich erweisen und selbstverständlich muss die hiesige Verwaltung den Beweis erst noch erbringen, dass sie in der bürokratischen Realität mit dem Tempo der Politik mithalten kann. Beat Jans’ Vorgehen jedoch weckt Hoffnung. Er deutet damit erstmals an, was in Zukunft aus dem Rathaus in den Bereichen Kultur und auch Stadtentwicklung zu erwarten sein könnte: Klare Haltungen, gepaart mit Selbstbewusstsein und einer gewissen Furchtlosigkeit.

Wenn Jans in diesem Stil weitermacht, wird er im besten Fall auch seine Spitzenbeamten zu offenerer Kommunikation und Kreativität anspornen. Dann hätte Basel erstmals ein Regierungspräsidium und ein Präsidialdepartement, welche diese Namen auch verdienen.

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