Kommentar
Ausbau auf Doppelspur in Riehen ist alternativlos

In Riehen ist der Widerstand gross gegen den oberirdischen Doppelspurausbau der S-Bahnlinie Basel–Lörrach. Ob die Bahnlinie ausgebaut werden soll, kann nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden.

Hans-Martin Jermann
Hans-Martin Jermann 2 Kommentare
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Die Frage nach dem Doppelspurausbau beschäftigt die Gemeinde und den Kanton.

Die Frage nach dem Doppelspurausbau beschäftigt die Gemeinde und den Kanton.

Kenneth Nars

In der Region Basel wird in naher Zukunft über eine Milliarde Franken in den Ausbau der Bahninfrastruktur gesteckt: Vierspurausbau in Liestal, Entflechtung Muttenz, Doppelspurinseln im Laufental – es gibt etliche Grossprojekte, doch lauthals Widerstand nur in Riehen. Das hat zwei Gründe: Erstens teilt die Bahnlinie das Dorf in zwei Hälften – das ist in der Region nirgendwo sonst derart offensichtlich. Zweitens ist die Bahn für viele Einwohnende Riehens keine zentrale Lebensader. Fahren sie in die Stadt, nehmen sie das Tram (oder das Auto).

Fundamentalopposition wäre dennoch kaum nachvollziehbar, ja kurzsichtig: Riehen ist auch deshalb finanzstark und als Wohngemeinde attraktiv, weil im benachbarten Basel der Wirtschaftsmotor brummt. Zur Prosperität tragen auch Tausende von Grenzgängerinnen und Grenzgänger bei. Pendeln diese umweltfreundlich per Bahn anstatt im Auto zur Arbeit, ist dies auch im Interesse Riehens.

Ob die Bahnlinie ausgebaut werden soll, kann nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden. Zu diskutieren ist, wie das geschieht. Die Befürchtungen, dass sich mit Viertelstundentakt die Trennung des Dorfs verstärkt, sind verständlich. Klar ist, dass der Bund eine teurere Alternative zum oberirdischen Ausbau nicht bezahlt. Werfen wir mal eine Idee in die Runde: Der Kanton finanziert im Sinne einer Geste an seine grosse Landgemeinde die Hälfte der Mehrkosten. Die andere Hälfte berappt Riehen via befristete Steuererhöhung – und investiert nebenbei in die eigene Attraktivität.

2 Kommentare
Stephan Maurer

Ich würde der Politik und der Verwaltung dringend anraten die 4-5 anderen planerischen Varianten weiter zu verfolgen und nicht so zu tun, als dass es nur die oberirdische Doppelspur gäbe. Diese kommt so ohnehin nie. 

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