Klybeck-Areal
Der Kiosk wird zum «Qiosk»: Ein Wiederbelebungsversuch mit Hilfe von Crowdfunding

An der Ecke Klybeck-/Mauerstrasse entsteht beim altgedienten Kiosk ein Platz für Kultur- und Käseliebhaber. Dahinter steckt ein kunterbuntes Quartett aus Kulturmanagern, Werbe- und Lebensmittelprofis. Die Eröffnung ist für den Frühsommer angesetzt.

Rahel Koerfgen
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So belebt könnte es dereinst bei der Haltestelle Ciba aussehen.

So belebt könnte es dereinst bei der Haltestelle Ciba aussehen.

Visualisierung: zVg

Es ist wahrlich kein Platz in Basel, der das Adjektiv pittoresk verdient hat: ein geschlossener Kiosk mit ausgebleichter Fassade, eine kleine Rasenfläche dahinter, gegenüber die alten Ciba-Bauten und immer wieder Autos, die auf der Klybeckstrasse durchrauschen. Ein kalter, unbelebter Ort. Noch. «Gerade weil er so unbelebt ist, ist der Platz in unseren Augen spannend. Es gibt hier so viele Möglichkeiten, etwas Tolles zu schaffen», sagt Annelie Graf.

Die Kulturmanagerin aus Berlin, die mehrere Jahre in Basel gelebt und für die Kunstmesse Art gearbeitet hat, gehört jenem Quartett an, dessen Projektidee vor wenigen Wochen von der Arealeigentümerin Swiss Life den Zuschlag für den zukünftigen Betrieb des Kiosks – sie nennen ihn «Qiosk» – erhalten hat. Dieser liegt an der Ecke Klybeck-/Mauerstrasse, direkt neben der Tramhaltestelle Ciba und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Club Humbug, dem «Werkraum Kollektiv» und der Padel-Halle Basel.

Ein Eldorado für Käsefans

Das Klybeckareal stehe am Anfang einer grossen Transformation, «wir wollen nun einen der ersten Beiträge dazu leisten, dem Areal Leben einzuhauchen», so Graf weiter. Die anderen drei im Bunde sind die Marketingspezialistin Nyima Tsamdha und die Brüder Kilian und Tim Senn, die im Lebensmitteleinzelhandel respektive in der Standortentwicklung tätig sind. Sie wollen den Kiosk zu einem Eldorado für Käsefans machen: Ab Juni oder Juli – irgendwann dann ist die Eröffnung geplant – soll man hier eine exquisite Auswahl an Schweizer Käsesorten kaufen können, von kleineren und lokalen Produzenten. Käse sei einfach ein schönes Produkt, sagt Graf:

«Ich kenne niemanden, der Käse nicht mag. Und er bietet Spielraum für so viele Interpretationen. Bei uns wird es Sorten geben, die man im Supermarkt nicht findet. Raritäten und Kuriositäten.»

Aber beim neuen «Qiosk» soll nicht nur die Käsekultur in all ihren Facetten gefeiert werden. Graf sagt, zum Angebot würden dereinst auch Picknick-Körbe gehören, die mit allerlei Leckereien gefüllt seien. Konsumieren könne man vor Ort oder auch am Rhein, «da gibt es ja viele Möglichkeiten und in Zukunft sowieso noch mehr, wenn das Areal wiederbelebt wird».

Nebst dem Kulinarischen will der «Qiosk» von Graf und ihren Freunden in Zukunft auch mit einem besonderen kulturellen Programm auftrumpfen. Abends und an den Wochenenden soll der Platz Künstlern eine Plattform bieten, die einen Bogen zum kulinarischen Angebot des Ortes schlagen können. Installationen seien möglich, Ausstellungen, Musikevents und Diskussionsabende zum Thema zeitgenössischer Lebensmittelkonsum, so Graf. Das Team sei bereits im Gespräch mit potenziellen Künstlern.

Crowdfunding im April

Bis es so weit ist, müssen sich die vier aber noch in Geduld üben. Da beim Kiosk und seinem Drumherum ein paar bauliche Anpassungen vorgenommen werden müssen, wird derzeit auf die entsprechende Baubewilligung gewartet. Es ist also noch nicht sicher, ob der Startschuss im Juni oder doch erst im Juli fällt. Bis dahin hofft das Team um Annelie Graf auf finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung. Sie sagt: «Circa Mitte April starten wir eine Crowdfunding-Aktion auf der Plattform Wemakeit. Auf die Gönner warten super Goodies.» Und die Hoffnung, dass endlich wieder Leben einzieht an einen totgeglaubten Ort.

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