Elf Jahre lang gehörte der Basler Galerist Fredy Hadorn zu den Ausstellern der Kunstmesse Scope. Mit seiner Licht Feld Gallery war er ein besonders treuer Kunde und machte zahlreiche Ortswechsel mit. Denn die Scope, die nach der Liste und der Volta ebenfalls ihre Zelte in Basel aufschlug, um von der Sogwirkung der Art Basel zu profitieren, musste so oft wie keine andere Kunstmesse innerhalb der Stadtgrenze umziehen.

Ihr Debüt gab sie 2007 in der E-Halle (Erlenmatt), es folgten Zwischenspiele auf dem Landhof, dem Kasernenareal, in der Zwischennutzung am Rhein. Zuletzt mietete sich die Messe des New Yorker Galeristen Alexis Hubshman im Clarahuus an der Webergasse ein. Zwei Stockwerke in einer Gasse, in der auch das Rotlicht brennt. Es waren so viele Ortswechsel, dass der Scope nachgesagt wurde, sie mache mehr mit ihren Umzügen von sich reden als mit der ausgestellten Kunst. Auch, weil die Messe oft an einen Gemischtwarenladen erinnerte.

Basel als schwieriges Pflaster

Wo in Basel findet die Scope in diesem Jahr statt? Offenbar nirgends. Das hat auch Fredy Hadorn erstaunt. Vor einem Jahr sei er noch zur Besichtigung des Sauter Areals eingeladen worden, erzählt er. Ausgewählte Aussteller konnten sich die leerstehende Fabrikhalle hinter dem Badischen Bahnhof anschauen. «Die Scope kündigte an, dass sie 2019 hier stattfinden werde», verrät Hadorn. Danach herrschte plötzlich Funkstille. Was ist geschehen? Patrick Tschan, Sprecher der Scope Basel, spricht davon, dass in diesem Segment nicht der beste Flow herrsche. «Während der Scope-Ableger in Miami hervorragend funktioniert, hat sich Basel zunehmend als schwieriges Pflaster erwiesen», sagt Tschan.

Insbesondere die Kosten für die Raummiete hätten sich als grosse Belastung für die Messe herausgestellt. Die Scope benötigt die Räume nur während eines Monats, für Auf- und Abbau sowie die Messe. Zwar konnte man einen Teil der Räume im Clarahuus 2018 noch einige Wochen untervermieten, an die Macher einer Ausstellung über Basler Freiräume. Aber die meiste Zeit standen die rund 2000 Quadratmeter Fläche einfach leer und kosteten Geld. Die Messe zog nicht nur die Reissleine, indem sie sich um eine vorzeitige Vertragsauflösung bemühte. Man habe auch die Ausstellungswände verkauft, sagt Patrick Tschan. Das hört sich eigentlich nach einem endgültigen Abschied aus Basel an.

Scope wird neu ausgerichtet

Auf der Scope-Webseite sucht man zwar auch zwei Wochen vor den Basler Kunstmessen vergebens nach einer Erklärung für die diesjährige Pause. Doch wird vollmundig angekündigt, dass man 2020 wieder in Basel sein werde. Auf einer grösseren, ja, unglaublicheren Fläche mit mehr als 70 Galerien. Warum wissen die Galeristen noch nichts davon? Und welche Location soll’s denn sein? Darauf angesprochen, wiegelt Patrick Tschan ab. Amerikaner und Europäer würden halt einen anderen Kommunikationsstil pflegen, sagt er und erklärt, dass die Messe eine Neuausrichtung erfahre. Projekte in Paris und Hongkong hätten Priorität, ob die Scope nach Basel zurückkehre, das stehe derzeit noch in den Sternen. Wenn aber, das verraten die Angaben auf der Webseite, dann wird sie nur noch vier Tage dauern.

Diese Planungsunsicherheit kümmert Fredy Hadorn nicht. «Ich habe für mich schon 2018 entschieden, nicht mehr teilzunehmen», sagt er. Die 20 000 Franken Standkosten investiere er lieber in einen besseren Standort für seine Galerie. So zog er nach der letzten Scope vom St. Johann an den Blumenrain, also an beste Lage in der Nähe des Hotels Les Trois Rois. Von dieser exquisiten Lage möchte er auch während der Art-Woche nach Pfingsten profitieren und hofft, dass viele internationale Kunstsammler den Weg zur Licht Feld Gallery finden.