OSZE-Treffen
Kein Durchkommen mehr: Das Messegelände wird zur Hochsicherheitszone

Das OSZE-Treffen wird der grösste politische Anlass, den Basel je gesehen hat. Damit den Welt-Politikern nichts passiert, wird die Messe dichtgemacht. Auch Fussgänger müssen einen Umweg machen und auf dem Messe-Parking sollen Helikopter landen.

Moritz Kaufmann
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Hier wird am 4. und 5. Dezember kein Durchkommen mehr sein: Der Riehenring zwischen Messegelände und dem Congress-Center rechts.

Hier wird am 4. und 5. Dezember kein Durchkommen mehr sein: Der Riehenring zwischen Messegelände und dem Congress-Center rechts.

Kenneth Nars

Der Gipfel der Organisation für Sicherzeit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Dezember wird der grösste politische Anlass, den Basel je gesehen hat. Praktisch alle Aussenminister der nördlichen Hemisphäre – von den USA bis Russland – kommen vorbei (die bz berichtete). Auch punkto Sicherheit wird es ein Mega-Event. Jetzt sind die Grössenordnungen bekannt. Während der Konferenz am 4. und 5. Dezember wird das Messe-Areal komplett gesperrt (siehe Karte). Das bedeutet: Weder Autos, Trams noch Fussgänger kommen durch. Das teilte Martin Roth, Stabschef bei der Basler Kantonspolizei, am Mittwochabend an einer Anwohnerinformation mit. «Während des Treffens haben nur akkreditierte Personen Zutritt. Um dies zu gewährleisten, muss das Gelände für den Publikumsverkehr gesperrt werden», sagt er auf Anfrage. Auf dem Gelände gibt es zwar keine Wohnungen, aber sehr wohl Arbeitsplätze. Roche ist zum Beispiel im Messeturm eingemietet. «Es ist vorgesehen, zwei Korridore für die Personen einzurichten, die hier arbeiten», sagt Roth. Sie werden mit speziellen Badges ausgerüstet.

Polizisten begleiten Fussgänger

Auch in der Innenstadt wird es eine Totalsperrung geben – allerdings eine kürzere und mit weniger Einschränkungen: Am Donnerstagabend am, 4. Dezember, findet das Abendessen der 57 Aussenminister in der Safran-Zunft statt. Während dieser Zeit ist die Gerbergasse für den Verkehr komplett dicht. Der kleine Unterschied zur Messe: Fussgänger dürfen grundsätzlich durch. «Die Polizeidichte wird ein bisschen höher sein», präzisierte Roth vor den Anwohnern, «es kann also sein, dass ein Polizist ein paar Meter mitläuft, wenn Sie zur Haustür laufen.» Die Behörden beteuern: Ziel ist, dass keine Läden schliessen müssen für die Konferenz. Einzelne Geschäfte – vor allem in der Gerbergasse – müssen aber mit Beeinträchtigungen rechnen.

Treffen tut es aber vor allem die Bevölkerung im Kleinbasel. Damit auch ja niemand auf die Idee kommt, in die Sperrzonen hineinzugelangen, werden Zäune mit Sichtschutz aufgestellt. Die Top-Aussenminister – etwa John Kerry aus den USA – dürften ohnehin nicht mit dem Auto, sondern mit dem Helikopter transportiert werden. «Als möglicher Landeplatz für Helikopter ist das Dach des Messeparkings vorgesehen», sagt Roth. Trams werden umgeleitet oder durch Busse ersetzt. Autos müssen einen Umweg fahren.

Weitere Grossanlässe sollen folgen

Das alles ist Stand heute. Bis in einem halben Jahr kann noch einiges passieren. Die Sicherheitsverantwortlichen – das Kommando liegt beim Basler Polizeikommandanten Gerhard Lips – beobachten die Lage laufend. Die OSZE steht derzeit besonders wegen des Ukraine-Konflikts im Fokus. Noch immer wird ein Schweizer OSZE-Wahlbeobachter in der Ostukraine festgehalten. Es kann durchaus sein, dass die Vorkehrungen noch verschärft werden.

Schiefgehen darf nichts: Das Ministerratstreffen der OSZE ist das Basler Gesellenstück für weitere Grossanlässe. Ebenfalls am Mittwochabend enthüllte die Basler Stadtvermarkterin Sabine Horvath die Image-Kampagne, die während des Gipfels gefahren wird. Diese wird gross angelegt und in der ganzen Stadt zu sehen sein. Läden sind aufgerufen, sich zu beteiligen und Schöggeli-Boxen aufzustellen, die beim Kanton bezogen werden können. Ob John Kerry oder der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier etwas davon mitbekommen, ist fraglich. Sie werden kaum länger als 48 Stunden in Basel sein.