Straumann
Kahlschlag am Hauptsitz Basel: Straumann baut 110 Stellen ab

Straumann baut an seinem Hauptsitz in Basel rund 110 Stellen ab. Dies teilte das Unternehmen am Montagabend zusammen mit den Umsatzzahlen fürs erste Quartal mit. Begründet wird der Stellenabbau mit der verzögerten Erholung des Marktes.

Stefan Schuppli
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Am Straumann-Hauptsitz in Basel werden 110 Stellen gestrichen.

Am Straumann-Hauptsitz in Basel werden 110 Stellen gestrichen.

HO

Weltweit werden rund 200 oder acht Prozent der derzeit über 2400 Stellen abgebaut.

In den ersten drei Monaten belief sich der Umsatz auf 175 Millionen Franken. Dies bedeutet einem Rückgang von sechs Prozent gegenüber der um zwei Verkaufstage längeren Vergleichsperiode des Vorjahres. Bereinigt um diesen Unterschied und den Effekt der eingestellten Geschäftstätigkeiten betrug der Umsatzrückgang knapp fünf Prozent.

CEO Marco Gadola kommentierte: «Das erste Quartal hat erneut gezeigt, dass sich das Konsumklima nicht so schnell erholt wie erwartet und dass sich unser Umfeld schneller verändert als prognostiziert. Deshalb verstärken wir die Anstrengungen, uns organisatorisch und strategisch anzupassen.»

Angesichts aktueller Entwicklungen und mittelfristiger Wirtschaftsprognosen lasse sich der heutige Personalbestand jedoch nicht länger aufrechterhalten. «Unsere soziale Verantwortung als Arbeitgeber werden wir selbstverständlich wahrnehmen.» Gadola baut auch die Geschäftsleitung um und vereinfacht die Führungsstruktur. Er will so die Entscheidungsprozesse verkürzen. Frank Hemm übernimmt die neu geschaffene Funktion der «Head Customer Solutions & Marketing», Sandro Matter übernimmt die ebenfalls neue Position «Head Strategic Projects & Alliances». René Willi, Leiter des Chirurgiegeschäfts, verlässt die Firma. Ende 2012 hatte die Firma 2517 Angestellte. Ein schon früher angekündeter Abbau war bis dato im Gang.

Bereits bei seiner Ernennung als CEO machte der Verwaltungsrat klar, dass Gadola Pflöcke einschlagen werde. Änderungen würden «rasch und konsequent vollzogen», heisst es in der Medienmitteilung. Gadola war bei Straumann von 2006 bis 2008 Chief Financial Officer (CFO) und Operations-Chef, bis er CFO bei Panalpina in Basel wurde.

Abschwächung schon Ende 2012

Das vergangene Jahr verlief für Straumann enttäuschend, wie «Die Nordwestschweiz» bereits im Februar schrieb. Der Umsatz fiel um ein Prozent auf 686 Millionen, der Gewinn halbierte sich auf 36 Millionen, der freie Cashflow sank um 21 Prozent auf 95 Millionen Franken. Die Abschwächung habe sich im vierten Quartal 2012 noch akzentuiert. Besonders deutlich spürte Straumann die Krise in Italien, Spanien, Deutschland, der Schweiz und Japan.

Auch der Konkurrent Nobel Biocare ist im Rückwärtsgang. Der Umsatz des Unternehmens sank im ersten Quartal um 4,1 Prozent auf 175 Millionen Franken.