Mein 2013
Joggeli-Platzwart: «2013 war eine rasentechnische Herausforderung»

Er ist der Mann, den kaum jemand kennt, dessen Arbeit jedoch für jedermann sichtbar ist: Marc Studach, Head-Greenkeeper des St. Jakob-Parks. Der 40-Jährige ist für den Unterhalt vom Rasen bis hin zu den Tribünen zuständig - eine Leidenschaft.

Céline Feller
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Marc Studach an seinem Arbeitsplatz – auf dem Joggeli-Rasen.

Marc Studach an seinem Arbeitsplatz – auf dem Joggeli-Rasen.

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Herr Studach, wie war das Jahr 2013 für Sie?

Marc Studach: Das Jahr war sehr spannend und rasentechnisch herausfordernd. Wir hatten lange kein so anspruchsvolles Jahr mehr.

Erklären Sie genauer, wieso Sie so gefordert waren.

Es gab viele nasse und kalte und dann plötzlich sehr trockene und warme Tage. Die Bedingungen waren sehr extrem. Wir mussten uns alle sehr ins Zeug legen, viel Aufwand betreiben. Die äusseren Einflüsse waren lange nicht mehr so schlecht.

Wie sind Sie mit dieser Aufgabe umgegangen?

Wir wussten nie wirklich, woran wir sind. Unser Faktor ist die Vegetation, darauf müssen wir reagieren können. Wir leben und arbeiten mit dem Wetter. Durch die Extremitäten mussten wir uns zusätzliches Wissen über ein breites Spektrum hinweg aneignen und sämtliche Register ziehen, die man sonst nicht ziehen muss. Es war schlicht herausfordernd, aber deshalb auch sehr spannend für mich.

Dieses Jahr war auch insofern speziell, weil Sie durch die Übernahme des Stadionbetriebs durch den FC Basel (früher war dies Aufgabe der Basel United AG, Anm. d. Red.) nun direkt dem FCB unterstehen.

Die Veränderung war motivierend. Durch die FCB-Übernahme arbeiten wir nun direkt mit den Beteiligten zusammen.

Wie ist der Kontakt mit den Trainern, Spielern und der Vereinsführung?

Wir haben einen sehr regen, schönen Austausch mit allen.

Welches war Ihr Highlight in den letzten zwölf Monaten?

Ich freue mich natürlich immer, wenn wir europäisch weiter kommen – vom sportlichen Aspekt her und weil wir aufgrund der zusätzlichen Spieltage rasentechnisch mehr gefordert werden. Aber mein absolutes Highlight war – neben dem Chelsea-Spiel –, dass nach langer Pause zum ersten Mal wieder ein Konzert im Stadion stattgefunden hat (Helene Fischer trat am 4. Juli im Joggeli auf, Anm. d. Red.).

Ist es für einen Greenkeeper nicht schlimm, wenn Tausende von Menschen den Rasen zertreten?

Bei solchen Events schaut man immer mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf das Geschehen. Es ist schön zu sehen, wie viele Leute die Zeit hier geniessen. Und wenn man dann die Abdeckung des Rasens wieder entfernt, sieht man genau, was man zu tun hat und ist gefordert.

Dann freuen Sie sich bestimmt auch auf das Metallica-Konzert vom nächsten Jahr?

Das ganze Drumherum hinter den Kulissen wird spannend werden. Ich freue mich darauf.

Was war Ihr Tiefpunkt 2013?

Tiefpunkte gab es keine.

2014 steht vor der Türe. Mit welchen Hoffnungen und Zielen gehen Sie ins neue Jahr?

Mein Ziel ist es, den Rasen genau so gut wie im vergangenen Juni hinzukriegen. Und ich hoffe, dass wir europäisch möglichst weit kommen.

Sind Sie FCB-Fan?

Ich bin kein spezieller Fussball-Fan, habe den Job auch nicht wegen des Sports, sondern wegen der anspruchsvollen Aufgabe angenommen. Aber je länger man hier ist, desto mehr packt einen natürlich das rotblaue Fieber.