Abstimmung
Initiativgegner: Ein bisschen Zwang bei den Wahlpflichtfächern darf sein

Ein Ja zur Initiative «Für eine freie Wahl aller Wahlpflichtfächer in der Sekundarschule» senke das Leistungsniveau, warnen die Gegner.

Noemi Lea Landolt
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Die Initiative fordert, dass P-Schüler eine grössere Freiheit bei der Wahl der Wahlpflichtfächer haben. (Archiv)

Die Initiative fordert, dass P-Schüler eine grössere Freiheit bei der Wahl der Wahlpflichtfächer haben. (Archiv)

bz Basellandschaftliche Zeitung

Am 28. Februar entscheidet das Basler Stimmvolk über die Wahlpflichtfächer in der Sekundarschule. Das Initiativkomitee möchte, dass die Sek-Schüler des starken P-Zuges zwischen den sieben Wahlpflichtfächern frei wählen können. Sie sollen sich also nicht für MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) oder ein Lingua-Fach (Italienisch oder Latein) und ein musisches oder gestalterisches Fach entscheiden, sondern auch zwei gestalterische oder musische Fächer oder MINT und ein Lingua-Fach oder zwei Lingua-Fächer wählen können.

Ja verschärft Fachkräftemangel

Die Gegner der Initiative – die Handelskammer beider Basel (HKBB), der Arbeitgeberverband Basel, der Gewerbeverband Basel und Vertreter verschiedener Parteien – haben gestern ihre Argumente für ein Nein präsentiert. Rolf Knechtli, Präsident der Ausbildungskommission der HKBB, hat auf den bestehenden Fachkräftemangel verwiesen: «Der Region fehlen Informatiker, Ingenieure oder Automatiker. Ein Ja verschärft den Fachkräftemangel.» In Zukunft sei es aber wichtig, Schüler auszubilden, die auch anspruchsvolle Lehrstellen oder Studiengänge problemlos antreten können. Um sie darauf vorzubereiten, brauche es die Kompetenzen, die MINT vermittle.

Bereits heute kursiere das Vorurteil, dass man in den Gymnasien den Unterschied zwischen Schülern aus dem Baselbiet oder dem Aargau und solchen aus der Stadt merke: «Wenn in Zukunft immer weniger Schüler in der Stadt ein Lingua-Fach oder MINT belegen, wird sich dieses Vorurteil bestätigen», sagt Gymnasiallehrer und CVP-Grossrat Remo Gallacchi. Und LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein betont: «Es ist wichtig, dass die Schüler beides machen müssen: ein musisches oder gestalterisches Fach und MINT oder Lingua.» Sonst bestehe die Gefahr, dass sie den Weg des geringsten Widerstands nehmen und sich aus Bequemlichkeit für zwei weniger mühsame Fächer entscheiden. Das wiederum senke das Leistungsniveau der Schulen in der Stadt.

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