Neubau

In zwei Jahren gibt’s die neue Kuppel – mit Bar, Events und Proberäumen

Nach Rückschlägen und Stillstand will die Stiftung Kuppel nun vorwärtsmachen. Gestern wurde das Siegerprojekt vorgestellt.

«Eine lange und leidvolle Geschichte» habe das Projekt durchgemacht, meinte Tobit Schäfer gestern. Umso mehr freue er sich, nun das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs vorstellen zu dürfen, so der Präsident der Stiftung Kuppel. «Alle rechtlichen, finanziellen und politischen Rahmenbedingungen sind gegeben. Wir können loslegen.» Tatsächlich soll es nun schnell gehen. Bereits Ende 2021, Anfang 2022 könnte der neue Club seine Türen öffnen.

Rückblick: Bereits vor 18 Jahren wurde ein Neubau für die Kuppel vorgestellt. Das zeltartige Lokal zwischen Zolli und Heuwaage war zeit seines Bestehens ein zonenfremdes Objekt mit provisorischer Bewilligung geblieben. Das Siegesprojekt von 2001 konnte aber wegen fehlenden Finanzen und ungeklärten rechtlichen Fragen nicht realisiert werden. Anschliessend ging lange Zeit nichts mehr. 2016 wurde die frühere Kuppel abgerissen. Zwischenzeitlich drohte dem Projekt gar das Aus.

«Ein gestrecktes Oktogon mit grosser Leichtigkeit»

Für den Bau des neuen, nicht renditeorientierten Konzertlokals stehen rund sieben Millionen Franken zur Verfügung. Einen Viertel steuert der Kanton bei in Form eines Investitionsbeitrags über 1,7 Millionen für acht Bandproberäume im Keller des Neubaus. Die restlichen über fünf Millionen Franken kommen aus privater Hand. «Es spricht für Basel als Kulturstadt, dass es möglich ist, einen Club an einer solchen Lage zu bauen und Spender zu finden, die nicht nur Geld fürs Kunstmuseum oder Theater bereit stellen», so Schäfer.

Insgesamt acht junge Basler Architektenbüros waren eingeladen, ihre Ideen für die neue Kuppel einzubringen. Die Vorschläge reichen von einem bunkerartigen Betonbau bis hin zu einer leichten, begrünten Holzkonstruktion. Entschieden hat sich die Jury letztlich für das Projekt «Volume 2» von Vécsey Schmidt Architekten. Der Neubau steht zehn Meter neben dem Birsig auf einer Fläche von gut 21 auf 16 Metern und ist dreistöckig. Jury-Mitglied Anna Jessen bezeichnete es als «Kreuzkuppelgebäude». Das achteckige Projekt hat eine Art sternförmiges Dach mit runden Fassadenfenstern. Optisch orientiert sich der Neubau an der Renaissance-Epoche und hat Ähnlichkeit mit einem Kirchenbau. Auch die neue Kuppel sei trotz massiver Bauweise als Kuppel respektive Zelt erkennbar, so Jessen.

Bar im Erdgeschoss, Konzertclub im ersten Stock

Das Besondere an der künftigen Kuppel: Der Konzertclub befindet sich im ersten Stock. Im Erdgeschoss befinden sich das Foyer und eine Bar. Letztere könnte auch tagsüber geöffnet sein und so das seit zwei Jahren neu gestaltete Nachtigallenwäldeli beleben. Auch das Nachtleben wird durch dieses Konzept bereichert. So ist geplant, dass die Bar auch öffentlich zugänglich ist, wenn im Obergeschoss Konzerte oder Partys stattfinden.

Auch die Bühnenetage ist vielseitig konzipiert. Ja nachdem, ob die Galerie geöffnet oder der Saal mit Vorhängen verkleinert wird, bietet die neue Kuppel Platz für 150, 300 oder 600 Personen. So sollen neben grösseren Konzerten auch kleinere Events stattfinden können. Eine Eigenschaft, mit der bereits die frühere Kuppel punkten konnte.

In rund einem Jahr soll der Spatenstich folgen. Zu diesem Zeitpunkt dürfte dann auch die Suche nach einer passenden Leitung für die neue Kuppel starten. Immerhin brauchen die Konzertveranstalter rund ein Jahr Vorbereitungszeit, wenn rechtzeitig zur Eröffnung ein attraktives Programm stehen soll.

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