Dass die Grünliberalen für den Ausstieg aus der Atomenergie sind, ist bekannt. Die Vorschläge aus sämtlichen Reihen aber, wie dies allerdings zu bewerkstelligen sein könnte, waren bis anhin rar gesät. Nun planen die drei grünliberalen Riehener Andreas Sturm, Thomas Zangger und Thomas Marti, an der Wiese beim alten Zoll ein Wasserwirbelkraftwerk zu realisieren. Vor zwei Jahren haben sie eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, deren Resultate nun vorliegen.

Ein erstes Fazit belegt: Ein Wasserwirbelkraftwerk unterhalb der Brücke beim Alten Zoll wäre, zumindest theoretisch, machbar. Ob es allerdings auch mit den Auflagen der Grundwasserzone vereinbar ist, die just an jenem Ufer der Wiese den allerschärfsten Auflagen unterliegt, muss sich erst weisen. Und schliesslich hat auch das Amt für Umwelt und Energie (AUE) ein gehöriges Wörtchen mitzureden. Allein mit der Fischdurchgängigkeit etwa steht und fällt das Projekt.

Rotoren drehen langsam

Genau hier sieht Initiant Andreas Sturm aber die Stärke. Im Zuge des Kraftwerks könnte man eine alte Schwelle, die keine Fischdurchgängigkeit zulässt, revitalisieren. Ein Durchgang für die Wasserbewohner wäre aber auch das Kraftwerksbecken selbst. Dessen Rotoren drehen genügend langsam. Und vom energetischen Aspekt betrachtet hat das Projekt in den Augen von Thomas Fisch, Abteilungsleiter beim AUE, einen sehr spannenden Charakter.

Keiner der drei Initianten steht auf der Nationalratsliste der Grünliberalen. Trotzdem scheint der Zeitpunkt für grüne Themen günstig. Vor den Wahlen, das ist von links wie von rechts zu hören, sind grüne Themen dankbar. Dass der Zeitpunkt, damit an die Öffentlichkeit zu kommen, allerdings etwas mit wahlpolitischem Kalkül zu tun hätte, bestreitet Initiant Andreas Sturm vehement. «Das wäre dann ein ziemlich teurer Wahlkampfgag», lässt er amüsiert verlauten.

Erst Schätzungen über die Kosten

Tatsächlich liegen erste grobe Schätzungen bei Investitionskosten von rund einer halben Million Franken. Sturm versichert, dass es ihm und seinen Kollegen absolut ernst sei mit dem Projekt, und dass die drei, sollten keine Investoren aufspringen, privat finanzieren würden. Sie rechnen mit dem Baubeginn nicht vor 2013.

Das kleine Wasserwirbelkraftwerk beim Alten Zoll könnte mit einer Jahresproduktion von 240000 Kilowattstunden rund 50 Riehener Haushalte mit Strom versorgen. Willi Fischer, Gemeindepräsident von Riehen, hatte bisher keine Ahnung von der Idee, findet sie aber durchaus interessant.