Basel

In der Region lassen die Schnelltests auf sich warten

Noch ist unklar, wo es die Schnelltests überall geben wird.

Noch ist unklar, wo es die Schnelltests überall geben wird.

Ab nächster Woche sind die neuen Coronatests zugelassen. In der Region werden sie aber noch nicht angeboten.

«Corona-Schnelltests ab Montag» war nach der grossen Pressekonferenz des Bundesrats am vergangenen Mittwoch zu lesen. Die neuen Antigentests sollen helfen, die Pandemie besser in den Griff zu bekommen. Statt nach 24 Stunden wisse man künftig das Resultat bereits innert 15 Minuten mit einem Besuch in der Apotheke. Doch ganz so einfach ist es leider nicht.

«Die Schnelltests sind zwar ab Montag zugelassen, aber noch nicht verfügbar», sagt Lydia Isler-Christ, Präsidentin des Baselstädtischen Apothekerverbands. Am Montag sei ein Treffen mit der Kantonsapothekerin geplant, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

«Im Moment laufen die Vorbereitungen bei den Herstellern und Lieferanten zur schweizweiten und einheitlichen Verteilung», sagt Anne Tschudin vom Basler Gesundheitsdepartement. «Für den Kanton Basel-Stadt sind rund 28 000 Tests vorgesehen, welche im November verteilt werden.» Ein genauer Detailzeitplan liege noch nicht vor. «So schnell wie möglich – voraussichtlich noch in der ersten Hälfte November», sollten die Tests verfügbar sein.

Verteilt werden die Schnelltests durch die Medizinischen Dienste des Gesundheitsdepartementes. «Zugelassen sind alle Institutionen, welche bei uns als Arztpraxen oder Institutionen, die Coronaabstriche durchführen, gemeldet sind», sagt Tschudin. Zur Zeit sind das neben dem Testzentrum des Universitätsspitals über vierzig Arztpraxen, Labors und weitere Institutionen, die den bisherigen sogenannten PCR-Test anbieten (www.coronavirus.bs.ch). Rund ein Drittel der Coronatests wird aktuell von diesen Anbietern durchgeführt.

Apotheken fehlt oftmals der Platz für Coronatests

Der nationale Apothekerverband hat angekündigt, dass die Schnelltests in jeder dritten Apotheke verfügbar sein sollen. Bisher sind diese aber noch gar nicht für Coronatests zugelassen. «Grundsätzlich können alle medizinischen Institutionen der Grundversorgung die Aufnahme auf diese Liste beantragen», sagt Tschudin. Dazu gehören auch Apotheken, wenn sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, also beispielsweise entsprechende Ausbildung respektive Schulung, Hygiene- und Schutzkonzept und geeignete Räumlichkeiten. Das ist allerdings nicht ganz einfach. «Wir werden die Tests nicht anbieten können, weil uns schlicht die räumlichen Möglichkeiten fehlen», sagt Isler-Christ von der Sevogel-Apotheke. Bei einem Pilotprojekt in Zürich wurden deshalb behelfsmässig Zelte für die Schnelltests aufgestellt.

Zudem stellt sich auch grundsätzlich die Frage, ob es zusätzlich zu den über vierzig aktuellen Anbietern noch weitere braucht. «Wir haben unserer Ansicht nach ein genügend grosses Testangebot in Basel», sagt Tschudin dazu. Unklar ist aktuell auch, ob am Testzentrum des Universitätsspitals neben den PCR-Tests künftig auch die Schnelltests durchgeführt werden. «Unser Ablauf ist sehr durchorganisiert. Wir testen momentan rund 500 Personen pro Tag», sagt Sprecher Nicolas Drechsler. Bevor man dies ändere, müsse man evaluieren, welche Vor- und Nachteile die neuen Antigentests mit sich bringen würden.

Auch im Baselbiet dauert es noch ein paar Tage, bis die Schnelltests verfügbar sind: «Aktuell befinden wir uns in der grundlegenden Konzeptionsphase für deren Anwendung», sagt Roman Häring vom Krisenstab. Deshalb würde die Kapazität der Antigenschnelltests in der vom Bund definierten Einführungsphase lediglich eine nachgelagerte Rolle spielen. Danach werde man über die Verteilpriorisierung zwischen Spitälern, Testzentren, Arztpraxen und allenfalls auch ausgewählten Apotheken entscheiden. Im Gegensatz zum Stadtkanton gibt es im Baselbiet aber keine Liste, auf der alle Arztpraxen aufgelistet sind, welche Coronatests anbieten.

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