Elektrifizierung
Hochrheinstrecke: Finanzierungsplan soll bald vorliegen

Seit vielen Jahren ist die Modernisierung der Strecke Basel – Schaffhausen, die derzeit nur von Dieselloks befahren werden kann, Thema. Ende Jahr soll nun endlich der Finanzierungsplan für die Elektrifizierung vorliegen

Peter Schenk
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Es bleiben 74 Kilometer auf deutschem Gebiet, die für 160 Millionen Euro zwischen Basel und Erzingen (D) elektrifiziert werden müssen.

Es bleiben 74 Kilometer auf deutschem Gebiet, die für 160 Millionen Euro zwischen Basel und Erzingen (D) elektrifiziert werden müssen.

Agglo Basel

In den Medienmitteilungen wird es enthusiastisch als «Durchbruch für die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke» gefeiert. «Nach langem Ringen haben sich alle Beteiligten auf die Grundzüge einer Projektstruktur geeinigt», schreibt das Stuttgarter Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI).

Der Ausdruck «Durchbruch» ist nicht übertrieben. Seit vielen Jahren ist die Modernisierung der Strecke Basel – Schaffhausen, die derzeit nur von Dieselloks befahren werden kann, Thema. Obwohl die regionalen Partner Anfang 2013 in der sogenannten «Basler Erklärung» versucht hatten, dem Vorhaben neuen Schwung zu verleihen, ging es teilweise aufgrund anderer nationaler Konflikte wie dem Fluglärmstreit um den Flughafen Zürich nicht vorwärts.

Deutsche Bahn macht jetzt mit

Wenig begeistert von der Modernisierung war als Betreiber und Eigentümer der Strecke auch die Deutsche Bahn (DB), die aber mittlerweile ihren Widerstand aufgegeben hat. So bedankt sich der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann in der Medienmitteilung ausdrücklich bei der DB, «dass sie eine Elektrifizierung auf ihrer Strecke ermöglicht und den Bau ausschreiben wird.»

Die Hochrheinstrecke, die vom Badischen Bahnhof Basel über Bad Säckingen, Waldshut und Erzingen nach Schaffhausen führt, ist die mit Abstand schnellste Verbindung von Basel nach Schaffhausen. Von den 94 Kilometern verlaufen nur knapp 20 in der Schweiz. Dieser Abschnitt zwischen dem badischen Grenzbahnhof Erzingen und Schaffhausen ist bereits elektrifiziert und wurde Anfang 2013 eingeweiht.

Wichtig für die S-Bahn in Basel

Für die Region Basel ist die Modernisierung der Hochrheinstrecke auch aufgrund der trinationalen S-Bahn von hohem Interesse. Solange, wie die Dieselinsel bestehen bleibt, kann sie nicht in ein grenzübergreifendes S-Bahn-System, geschweige denn die geplante unterirdische Verbindung zwischen den beiden Basler Bahnhöfen Herzstück Regio-S-Bahn, integriert werden. Eine Elektrifizierung würde den Einsatz modernerer Fahrzeuge ermöglichen, die schneller beschleunigen können. Dies würde die Einrichtung weiterer Haltestellen wie in Badisch Rheinfelden und Waldshut erleichtern.

Der «Durchbruch» war an einem Treffen von Vertretern des Bundesamts für Verkehr (BAV), den Kantonen Basel-Stadt und Schaffhausen, den Landkreisen Waldshut und Lörrach sowie dem MVI Donnerstag in Stuttgart erzielt worden. «Bis Ende des Jahres 2015 verständigen sich alle Beteiligten auf eine Absichtserklärung zur Gesamtfinanzierung, um Anfang 2016 weitere Planungsphasen einleiten zu können», schreibt das MVI. Die Entwicklung komme auch den Kantonen Schaffhausen und Basel-Stadt zugute, zitiert es weiter die Regierungsräte Reto Dubach (SH) und Hans-Peter Wessels (BS).

2018 ins Parlament

Die Kosten der Elektrifizierung wurden 2012 mit 160 Millionen Euro beziffert. Dazu kommen Kosten für Modernisierungsmassnahmen. Bis die erneuerte Strecke fertig ist, werden allerdings noch einige Jahre vergehen. Auf Schweizer Seite wird der Anteil des Bundes im Rahmen des Bahninfrastrukturfonds (BIF) in das Entwicklungsprogramm STEP 2030 eingespeist und kommt 2018 ins Parlament, wo er 2019 verabschiedet werden könnte.

Da dann auch noch gebaut werden muss, sollte die Strecke realistisch nicht vor 2021 fertig sein. Die EU fördert die nächsten Planungsschritte des Vorhabens im Rahmen des Interregprogramms mit fünf Millionen Euro.

Auf der Strecke Basel–Singen soll es einen Ein-Stunden-Takt geben. Für einen 30-Minuten-Takt bräuchte es die Mitfinanzierung der Regionen. Dies soll aber noch geprüft werden.

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