Burgerfestival
Hier waren Burgerbesessene im siebten Himmel der Gaumenfreuden

Während einem Wochenende konnten sich tausende Fans von Fleisch im Brot in Basel vereinigt verköstigen.

Dominique Waldmann
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Burgerfestival in Basel
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Der Ansturm ist riesig.
Burger soweit das Auge reicht.

Burgerfestival in Basel

Roland Schmid

Das ist nichts für schwache Nerven: Mit schön geplantem Heisshunger kommt man gegen 19.30 Uhr beim Alten Kraftwerk an, wo es bereits auf der Strasse nach Brutzelfleisch duftet. Das Fahrrad hat natürlich keinen Platz mehr, alles zugeparkt. Irgendwo hinstellen und dann ab durch die dichte Menschenmasse, die sich vor dem Eingang tummelt. Da wird sogar das Tanzlokal Nordstern neidisch. Die Wände sind mit verschiedenen Farben beleuchtet, innen hängen Stahlketten von der Decke, aber das interessiert niemanden. Denn jetzt heisst es: Burger fassen.

Klar, gegen acht Uhr abends, da will ganz Basel ein belegtes Brötchen. Wer Hunger hat und zu viel der süssen Grillschwade einatmet, der kann sich nicht zwischen den rund 20 Burgertrucks entscheiden. Der nächst Beste tut’s auch. Den auserkorenen Truck sieht man fast nicht, die Schlange ist zu lang, ärgerlich. Vierzig Minuten. So viel Geduld braucht der Festivalgänger an diesem Wochenende, bis er zu seiner Speise kommt. Das ist ja schlimmer als im Europapark.

Dafür fühlt sich der warme, zart duftende, vielleicht etwas niedlich kleine Burger himmlisch an in den Händen. Und der erste Biss lässt die Strapazen vergessen: da geht es im Mund mehr ab als auf der Silver-Star-Achterbahn. Nach zwei Minuten ist das Ding im Magen, der noch knurrt. Schliesslich warten ja noch 19 Trucks. Die ganze Weltkarte scheint vertreten zu sein. Vom Straussenfleischsandwich über Himalaya-Spezialitäten bis hin zur peruanischen Delikatesse: Dem Kosmopoliten fehlt es an nichts. Mit acht bis 20 Franken für eine Mahlzeit ist jeder im Geschäft.

12'000 Besucher, 25'000 Burger

Nicht alle haben den Ansturm übersehen. Ein junger Mann, der mit seiner Freundin ebenfalls mit dem Fahrrad zum Burgerfestival fährt, zeigt Bedenken: «Auf Facebook haben mehr als 1700 Leute zugesagt. Und über 10'000 sind interessiert. Ob die genug Burger haben?», fragt er. Damit müsse man halt rechnen, solche Anlässe seien voll im Trend. «Immerhin sind auch das Streetfood-Festival und die Markthalle extrem beliebt», sagt er. Das Alte Kraftwerk war dann im Innen- wie im Aussenbereich ziemlich voll, trotzdem liessen sich Sitzplätze nach längerem Suchen ausfindig machen.

Das Publikum variierte stark, voll tätowierte Punks reihten sich neben Anzugsträger, beim Schlemmen spielt das soziale Milieu eben keine Rolle. Für eine junge Männergruppe sei das Festival zwar eher ein Ort für Pärchen. «Voll die Paar-Action hier», sagt einer. Das störe ihn nicht, für die Gruppe ginge es nachher sowieso weiter. «Aber keine Ahnung, wo wir noch reinkommen, wenn wir so nach Essen stinken.»

Veranstalter ist die SOO! Event & Catering GmbH. «Wir rechnen mit 25'000 verkauften Burgern bei bis zu 12'000 erwarteten Besuchern», sagt Oliver Oetjen, der Geschäftsführer. Er selber sei von Freitag bis Sonntag anwesend und esse natürlich auch. In Zürich und Winterthur hat die GmbH mit dem Burgerfestival gestartet. Einnahmequellen sind die Platzmieten der Trucks und die Einnahmen der Getränke, das Alte Kraftwerk kostet in der Tagesmiete rund 6000 Franken.

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