Theater Basel
Happening zur Theatereröffnung in Basel: Eine Suppe für eine Utopie

Das Theater Basel wird unter der neuen Leitung zum öffentlichen Raum. Wie sich das anfühlt, war am "utopischen Tisch" bereits erfahbrar.

Mathias Balzer
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utopischer_tisch, theater_basel

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bz Basel

Benedikt von Peter, dem neuen Intendanten am Theater Basel, eilt der Ruf voraus, den Spielraum des Theaters zu erweitern. In Luzern hat er dies mit einer provisorischen Spielstätte und Rauminszenierungen in der Stadt erprobt.

Zur Eröffnung in Basel haben von Peter und sein Team am Samstag zum «Utopischen Tisch» geladen. Als Ouvertüre tanzte das Ballettensemble vom Hauptbahnhof stationenweise bis auf den Theaterplatz. Dieser war am Mittag trotz misslichem Wetter voll mit Menschen.

Mit einem «Boléro» auf der grossen Treppe hiess das Tanzensemble Benedikt von Peter in Basel willkommen. Dieser dankte seinem Team, der Stadt und den Baufirmen, dass zur Eröffnung doch noch alles fertig geworden ist. Die Putzequipe verliess das Theater just, als die ersten Gäste eintrafen.

Picknick auf Treppen und am Boden

Von Peter liess einen roten Ballon als gutes Omen in den regnerischen Himmel steigen und lud das Publikum zur Suppe an den roten, utopischen Tisch. Dieser zog sich aus dem Foyer auf den Platz, die Treppe hoch, wieder ins Haus hinein, die Treppe runter, zurück ins Foyer. Die 150 Plätze waren schnell besetzt, die Suppe wurde von Schauspieldirektor Jörg Pohl persönlich geschöpft.

Eine Installation, deren Hauptakteur das Publikum selbst war. Von Peter betonte, dass für ihn der Austausch mit den Menschen der Stadt zentral sei. In diesem Sinne war dieser utopische Tisch der Vorlauf für Kommendes. Ab 14. November wird das auf seine Essenz entschlackte Foyer tagsüber zum öffentlichen Durchgangs- und Aufenthaltsraum mit neuem Café mit Zugang zum Platz bei der Elisabethenkirche, freiem WLAN, Yoga- und Kinderecke.

Wie sich das anfühlen könnte, wurde am Samstag sichtbar: Menschen auf allen Stockwerken und Balkonen, die Suppe wurde nicht nur am Tisch, sondern auch auf den Treppen gelöffelt, Familien besetzten den Fussboden zum Picknick. Basel erhält einen neuen, sehr attraktive Treffpunkt mitten in der Stadt. Keine Utopie, sondern bald Wirklichkeit.

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