Wehrmännerentlassung
Hanspeter Gass’ letztes Abtreten vor dem Abtreten

Die letzte «Nachtübung» ist in Basel Kult. Bei der traditionellen Wehrmännerentlassung werden jene Soldaten, die ihre Diensttage erreicht haben von der Dienstpflicht befreit. Heute Abend im Congress-Center war es wieder so weit. 264 Soldaten wurden offiziell vom Dienst verabschiedet.

Moritz Kaufmann
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Wehrmännerentlassung mit Hanspeter Gass (Mitte) und André Blattmann (links). Rechts ist Oberst Thomas Frauchiger.
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Gass' letzte Wehrmännerentlassung
André Blattmann bei seiner Rede.
Bei seiner Rede stellte Gass nicht sich selbst ins Zentrum.
Gass applaudiert

Wehrmännerentlassung mit Hanspeter Gass (Mitte) und André Blattmann (links). Rechts ist Oberst Thomas Frauchiger.

Juri Junkov

Das Spezielle am heutigen Anlass: Es war Militärdirektor Hanspeter Gass' letzte Wehrmännerentlassung. Traditionell ist es in Basel nämlich die Aufgabe des Vorstehers des Justiz- und Sicherheitsdepartements, die Wehrmänner zu verabschieden.

Gass, der sein Amt Ende Januar abgibt, tat dies unaufgeregt, aber sichtlich zufrieden. Seiner Einladung folgten nicht nur die Soldaten, sondern auch Armee-Chef André Blattmann, Grossratspräsident Daniel Goepfert, Ständerätin Anita Fetz sowie zahlreiche weitere Politiker und Armee- und Kantonskader.

Gass, der alte «Pänzeler»

Bei seiner Rede stellte Gass nicht sich selbst ins Zentrum, wie er dies hätte tun können. Vielmehr begrüsste er eingehend seine Gäste und bedankte sich bei den Soldaten dafür, dass sie zur Sicherheit im Land beigetragen hätten. Gass - selbst ein alter «Pänzeler» - versprühte viel Armee-Nostalgie: «Der heutige Abend gibt Ihnen Gelegenheit, noch einmal zurück zu schauen und über das eine oder andere Erlebnis herzhaft zu lachen.»

Nach Gass sprach auch Armee-Chef André Blattmann zu den Soldaten. «Ich bedanke mich trotz meines Dialekts für den herzlichen Empfang», sagte der Zürcher und sorgte damit für einige Lacher. «Die Basler feiern ihre Traditionen mit Stil», fuhr der wortgewandte Blattmann fort.

Erleichterung mit Wehmut

Die Soldaten, denen der Anlass galt, waren zahlreich erschienen. 264 Armee-Angehörige mit den Jahrgängen 1978 bis 1982 konnten ihre Uniform abgeben. Einige von ihnen wurden ein letztes Mal gemassregelt, weil ihr Tenue nicht korrekt war. Auch rasiert waren nicht mehr alle, wie sie es hätten sein sollen.

Doch heute spielte das keine Rolle mehr. Nach der Nationalhymne und dem Fahnenmarsch hiess es für sie ein letztes Mal: «Ruhn - abtreten!» Nicht wenigen Gesichtern war die Erleichterung anzusehen - bei einigen verbunden mit ein bisschen Wehmut.

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