Corona-Virus
Gesundheitsdepartement bestätigt: Anzahl Fälle in Basel-Stadt steigt auf 12 – Empfehlungen für Pflegeheime und Spitäler

Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt meldet mit Stand Freitag, 6. März 2020, 14.00 Uhr, dass die Zahl der Corona-Fälle in Basel-Stadt auf 12 angestiegen ist.

Drucken
Teilen
Das Corona-Virus.

Das Corona-Virus.

Aprott / iStockphoto

Am Freitagnachmittag meldet das Gesundheitsdepartement, dass die Zahl der Fälle in Basel-Stadt auf 12 angestiegen ist. Es wurden ausserdem neue Empfehlungen ausgesprochen.

Empfehlung des Gesundheitsdepartements für Pflegeheime im Umgang mit Besucherinnen und Besuchern:

  • Besuchszeiten einschränken
  • Besuchende zentral empfangen
  • Gesundheits-Checkliste mit Besuchenden durchgehen
  • Eventuell Besuche verschieben bei einem Risikofaktor des Besuches
  • Aber: Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen sollen nicht abgeschottet werden

Empfehlung des Gesundheitsdepartements für Spitäler und Kliniken im Umgang mit Besucherinnen und Besuchern:

  • Für Patientinnen und Patienten ist der Besuch ihrer Angehörigen wichtig
  • Oft ist ein Spitalaufenthalt zeitlich begrenzt
  • Deshalb empfehlen wir den Spitälern und Kliniken im Kanton Basel-Stadt, Besuchszeiten sowie den Zugang auf ein Minimum zu begrenzen
  • Soziale Kontakte sollten möglichst über Telekommunikation anstatt über persönliche Besuche erfolgen
  • Die Besucherinnen und Besucher müssen auf die Einhaltung der Verhaltensregeln des BAG hingewiesen und deren Einhaltung möglichst überprüft werden

Das Gesundheitsdepartement über die Lage am Universitätsspital Basel:

  • Grundsituation: Hauptproblematik bei einer raschen Ausbreitung der Epidemie ist die Überlastung des Gesundheitssystems und v.a. der Spitäler während einer gewissen Zeitspanne.
  • Zeitgewinn: Jeder Tag, den wir jetzt gewinnen, hilft uns, eine Überlastung des Systems während der kritischen Spitzenphase zu verhindern.
  • Personal: Die Belastung an exponiertester Lage ist durch die anfallenden Tests und die zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen und emotionalen Faktoren sehr hoch. Es wird hochprofessionelle Arbeit geleistet.
  • Patienten: Den meisten am USB isolierten Patientinnen und Patienten geht es aktuell relativ gut.
  • Vorbereitung: Wir stellen uns ein auf wesentlich mehr Testungen, mehr Patienten auf Station und in Intensivpflege.

Die Fälle in Europa und in der Schweiz nehmen zu und werden auch weiter laufend zunehmen. So auch in der Region: Am Donnerstag Morgen wurden bereits fünf neue positive Fälle von Personen mit Wohnsitz im Kanton Basel-Stadt bekannt. Darunter ist erstmals eine eher schwer erkrankte Person.

In vier Fällen konnte die Ansteckungskette direkt oder indirekt zurückverfolgt werden. Zwei Fälle sind auf den mehrtägigen Grossanlass der Freikirche in Mulhouse zurückzuführen, wie der Kanton am Donnerstag mitteilte. Zwei weitere Fälle stehen im Zusammenhang mit der Kindertagesstätte in Riehen, wo vergangene Woche eine Mitarbeiterin erkrankte. Es handelt sich um eine weitere Person, die in der Kita arbeitet sowie eine Person aus deren Umfeld. "Beim fünften Fall sind wir derzeit noch am Abklären, wo sich die Person angesteckt haben könnte", sagt Anne Tschudin vom Gesundheitsdepartement. Die Verantwortlichen überraschen die neuen Zahlen nicht: "Wir mussten diese Entwicklung erwarten. In Europa und auch in der Schweiz nehmen die Fälle zu. Das ist ein typischer Verlauf", sagt Tschudin.

Bei der eher schwer erkrankten Person handelt es sich um eine tendenziell ältere Person. Weitere Informationen gibt der Kanton aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht.

Total ist der Stand für Basel-Stadt aktuell zwölf positive Fälle.

Im Kanton Basel-Landschaft sind drei weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert worden.

Der Referenztest des Genfer Labors stand vorerst noch aus, wie der Kantonale Krisenstab am Donnerstag mitteilte. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-19-Erkrankungen im Baselbiet auf sechs.

Die erkrankten Menschen befänden sich entweder in einem Spital oder zu Hause in Quarantäne, heisst es weiter. Ihr Allgemeinzustand werde grundsätzlich als stabil eingestuft.

Für die bisher ermittelten Kontaktpersonen sei Quarantäne zu Hause angeordnet worden. Der kantonsärztliche Dienst prüfe laufend, ob weitere Menschen Kontakt mit den Patienten hatten und instruiere diese über die Verhaltens- und Quarantänemassnahmen.

Der Krisenstab bittet die Bevölkerung, im Krankheitsfall vorgängig unbedingt telefonischen Kontakt mit dem Hausarzt oder der Hausärztin aufzunehmen. Für Fragen zum Coronavirus verweist der Krisenstab auf die 24-Stunden-Hotline des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), die für Fragen aus der Bevölkerung unter der Nummer 058/463.00.00 und für Reisende unter 058/464.44.88 erreichbar ist.

Alterszentren sichern sich ab

Soziale Einrichtungen wie Altersheime oder Jugendzentren machen sich derzeit intensiv Gedanken, wie sie mit der Ausbreitung des Corona-Virus umgehen sollen. Das Alterszentrum Birsfelden hat am Donnerstag entschieden, den Zutritt für Angehörige und Beistände erheblich einzuschränken und das Restaurant Birsfelderhof für externe Gäste zu schliessen. Besuche von Bewohnenden werden in den kommenden zwei bis drei Wochen unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein, das Restaurant wird für die Bewohnerinnen und Bewohner zugänglich sein. Diese Massnahme tritt ab heute, Donnerstag 5. März 2020, in Kraft und wird voraussichtlich bis zum 19. März 2020 andauern.

Gottesdienste fallen aus

Der Pastoralraum Birstal hat am Donnerstag kommuniziert, dass die Gottesdienste der Pfarreien des Pastoralraumes vorläufig ausfallen. Die Massnahme gilt vorläufig bis zum 11. März. Danach werde die Situation neu beurteilt. Man könne zwar an Personsn mit Krankheitssymptomen appellieren, den Gottesdiensten fernzubleiben, es sei dem Pastoralraum Birstal aber nicht möglich, Leute mit Krankheitssymptomen wirklich aus den Gottesdiensten auszuschliessen, weshalb man sich für diese Massnahme entschieden habe.

Aktuelle Nachrichten